Kakure Kirishitan – Die „versteckten“ Christen von Japan

Marienfigur getarnt als Bodhisattva Kannon. (Quelle: PHGCOM via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Marienfigur getarnt als Bodhisattva Kannon.

Mit dem katholischen Missionar und Mitbegründer des Jesuitenordens Francisco de Xavier (im Deutschen oft Franz Xaver) beginnt 1549 die Geschichte des Christentums in Japan. Er legte das Fundament für eine außergewöhnliche Verbreitung des christlichen Glaubens auf den japanischen Inseln. Die nachfolgenden Missionare konnten erstaunliche Erfolge verzeichnen – nicht einmal hundert Jahre später waren fast 10% der Bevölkerung zum Christentum konvertiert. Was hätte einer der größten Siegeszüge einer Religion werden können, endete abrupt mit dem Verbot des Christentums und der Unterdrückung, Verfolgung und dem Tod von Tausenden Konvertiten. Es führte gleichzeitig zu der Entstehung einer der faszinierendsten religiösen Gemeinschaften, den kakure kirishitan, den „versteckten” Christen von Japan.

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Mutter Teresa – eine Heilige und ihre Kritiker

Mutter Teresa 1986. (Quelle: Túrelio via Wikimedia Commons, unter Lizenz CC-BY-SA 2.0)

Mutter Teresa 1986.

Seit dem 04. September ist Mutter Teresa als heilige Teresa von Kalkutta von Papst Franziskus in einer feierlichen Zeremonie auf dem Petersplatz im Vatikan heiliggesprochen worden. Ihr Leben hatte Mutter Teresa schon früh der Religion gewidmet, doch Kritik an ihrer Missionsarbeit ist bis heute nicht verstummt. Was ist dran am Mythos Mutter Teresa?
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Schon gewusst…? Religious othering

Ursprünglich stammt der Begriff „othering” aus der Philosophie, findet inzwischen jedoch in vielen Gebieten Anwendung, z. B. in der Ethnologie, Pädagogik und Soziologie. Man beschreibt damit den Prozess, sich selbst von Menschen mit anderen Merkmalen abzugrenzen. Denn jeder Mensch hat das Bedürfnis seine Umgebung zu kategorisieren und „das Andere” ist notwendig um die eigene Identität abzugrenzen. Es erleichtert die Antworten auf die Fragen „Was bin ich?”, „Was bin ich nicht?”. Die Kategorien, in denen diese Abgrenzungsprozesse stattfinden, können sehr unterschiedlich sein – Rasse, Religion, Ethnie, Nationalität, Kultur, Geschlecht, sexuelle Orientierung.

Othering – auch im Deutschen wird meist das englische Wort benutzt, weil es keine adäquate Übersetzung gibt – kann in der Definition von „Anderen” jedoch auch zu Feindbildern und Fremdenfeindlichkeit führen. Othering hat in seinen extremsten Ausprägungen zu Holocaust und Apartheid geführt.

Doch auch heute sind die negativen Auswirkungen von Othering deutlich sichtbar und das in seiner spezifischen Form des „religious othering”, wenn Menschen also aufgrund ihrer Religion als „anders” klassifiziert werden. Dafür muss man nicht weiter als vor die eigene Haustür schauen. Muslime tragen zurzeit deutlich das Stigma des „Andersseins” und werden als fremd wahrgenommen. Dieses Stigma verschwindet auch dann nicht, wenn Muslime mit denen, die sie ausgrenzen, viele Merkmale – wie Rasse, Ethnie, Nationalität und Kultur – teilen.

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Die Sepharden – das Erbe von al-Andalus

Die Zeit der muslimischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel hat nicht nur im christlichen Europa tiefe Spuren hinterlassen. Auch die jüdische Kultur ist bis heute geprägt von „al-Andalus”, wie die sephardische Tradition eindrücklich zeigt.

Migration sephardischer Juden ab dem 15. Jahrhundert. (Quelle: Universal Life via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Migration sephardischer Juden ab dem 15. Jahrhundert.

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Burkini-Panik in Frankreich – Kommentar

Ob Burkinis auch mal so selbstverständlich angepriesen werden? (Quelle: Mahesh Shantaram via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 2.0)

Ob Burkinis auch mal so selbstverständlich angepriesen werden?

Der Burkini sorgt an Frankreichs Stränden für Aufruhr, bereits mehrere Städte  haben das Tragen dieses speziellen Badeanzugs verboten. Geldstrafen drohen Frauen, die ‚zu viel‘ beim Schwimmen im Meer tragen.  Das erinnert stark an das Schicksal des Bikinis bevor er seinen Siegeszug in der Modewelt angetreten hat. Weiterlesen

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Schon gewusst…? Muslimische Seefahrer in Amerika vor Kolumbus

Christoph Kolumbus, Vasco da Gama, Ferdinand Magellan und Amerigo Vespucci – die Namen der großen Entdecker des 15. und 16. Jahrhunderts sind wohlbekannt. Doch wären ihre Entdeckungsfahrten nicht möglich gewesen ohne das Wissen muslimischer Seefahrer. Nautische Instrumente wie das Astrolabium, der Kompass und der Jakobsstab waren Muslimen schon lange bekannt und wurden genutzt um Navigationstabellen und Karten zu erstellen.

Weltkarte von Juan de la Cosa. (Quelle: via Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Weltkarte von Juan de la Cosa.

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Die Kultur der Ambiguität – Rezension

Mach dich bereit, die Geschichte des Islam aus einem völlig anderen Blickwinkel zu betrachten! So oder so ähnlich könnte man ohne weiteres für das Buch von Thomas Bauer werben. Bauer ist seit 2000 Professor für Islamwissenschaft und Arabistik an der Universität Münster. Im Jahr 2006 und 2007 war er Fellow am Wissenschaftskolleg in Berlin, wo er zur „Kultur der Ambiguität” forschte und aus diesem Kontext auch das Buch entstanden sein dürfte. Weiterlesen

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Al-Andalus – eine multikulturelle Illusion?

Die Iberische Halbinsel um 910. (Quelle: Alexandre Vigo via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 1.0)

Die Iberische Halbinsel um 910.

Die Zeit der muslimischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel (8. bis 15. Jahrhundert) gilt als kulturelle und religiöse Blütezeit, in der Muslime, Christen und Juden harmonisch miteinander lebten. Im Spanischen wird diese Zeit als „la Convivencia” (die Koexistenz) bezeichnet und al-Andalus, die arabische Bezeichnung der Region, ist fest verbunden mit der Vorstellung einer toleranten Gesellschaft. Klingt zu gut um wahr zu sein? Das denken sich auch viele Forscher und wollen dem Mythos al-Andalus ein Ende bereiten. Weiterlesen

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Wochenrückblick 29:2016

Quelle: nescafe via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0

In Fethullah Gülen sieht der türkische Premierminister den Schuldigen für den Putsch.

Putschversuch in der Türkei: Erdogan nennt Gülen als Schuldigen * Ehrenmord an pakistanischem Starlet? * Religion und Fußball im SK Rapid Wien * Münchner Rat der Religion eingerichtet * Reaktionen religiöser Repräsentanten auf Handy-App „Pokemon Go“ * Ende der religioholic-Wochenrückblicke Weiterlesen

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Wochenrückblick 28:2016

Die Prophetenmoschee in Medina, Saudi-Arabien. (Quelle: via Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Die Prophetenmoschee in Medina, Saudi-Arabien.

Biblische Arche Noah in Kentucky eröffnet * AfD-Spaltung: Alternative für Baden-Württemberg * Muslimin in Kiel niedergeschlagen * Selbstmordanschläge in Saudi-Arabien und im Irak * Abiturient weigert sich Lehrerin die Hand zu geben Weiterlesen

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