Kategorie-Archiv: Schon gewusst…?

Schon gewusst…? Religious othering

Ursprünglich stammt der Begriff „othering” aus der Philosophie, findet inzwischen jedoch in vielen Gebieten Anwendung, z. B. in der Ethnologie, Pädagogik und Soziologie. Man beschreibt damit den Prozess, sich selbst von Menschen mit anderen Merkmalen abzugrenzen. Denn jeder Mensch hat das Bedürfnis seine Umgebung zu kategorisieren und „das Andere” ist notwendig um die eigene Identität abzugrenzen. Es erleichtert die Antworten auf die Fragen „Was bin ich?”, „Was bin ich nicht?”. Die Kategorien, in denen diese Abgrenzungsprozesse stattfinden, können sehr unterschiedlich sein – Rasse, Religion, Ethnie, Nationalität, Kultur, Geschlecht, sexuelle Orientierung.

Othering – auch im Deutschen wird meist das englische Wort benutzt, weil es keine adäquate Übersetzung gibt – kann in der Definition von „Anderen” jedoch auch zu Feindbildern und Fremdenfeindlichkeit führen. Othering hat in seinen extremsten Ausprägungen zu Holocaust und Apartheid geführt.

Doch auch heute sind die negativen Auswirkungen von Othering deutlich sichtbar und das in seiner spezifischen Form des „religious othering”, wenn Menschen also aufgrund ihrer Religion als „anders” klassifiziert werden. Dafür muss man nicht weiter als vor die eigene Haustür schauen. Muslime tragen zurzeit deutlich das Stigma des „Andersseins” und werden als fremd wahrgenommen. Dieses Stigma verschwindet auch dann nicht, wenn Muslime mit denen, die sie ausgrenzen, viele Merkmale – wie Rasse, Ethnie, Nationalität und Kultur – teilen.

Flattr this!

Schon gewusst…? Muslimische Seefahrer in Amerika vor Kolumbus

Christoph Kolumbus, Vasco da Gama, Ferdinand Magellan und Amerigo Vespucci – die Namen der großen Entdecker des 15. und 16. Jahrhunderts sind wohlbekannt. Doch wären ihre Entdeckungsfahrten nicht möglich gewesen ohne das Wissen muslimischer Seefahrer. Nautische Instrumente wie das Astrolabium, der Kompass und der Jakobsstab waren Muslimen schon lange bekannt und wurden genutzt um Navigationstabellen und Karten zu erstellen.

Weltkarte von Juan de la Cosa. (Quelle: via Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Weltkarte von Juan de la Cosa.

Weiterlesen

Flattr this!

Schon gewusst…?

… dass ein streng gläubiger Christ Verfassungsbeschwerde einlegte gegen die Änderung des Rundfunkbeitrages?

Der Beschwerdeführer begründete den Antrag damit, dass er aus religiösen Gründen weder Fernseher noch Radio besitze und auch kein Internet nutze. „Rundfunk und Internet symbolisierten einen satanischen, zerstörerischen Einfluss.“, heißt es in der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom Dezember 2012. Die Änderung des Rundfunkbeitrags, wonach für jede Wohnung ein Beitrag fällig wird, würde ihn zwingen diesen schädlichen Einfluss zu unterstützen.

Das Bundesverfassungsgericht hat die Beschwerde abgelehnt mit der Begründung, dass der Beschwerdeführer zum einen nicht gegen eine Regelung klagen kann, die zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht in Kraft getreten war und ihm zum anderen „kein schwerer und unabwendbarer Nachteil“ entsteht.

Flattr this!