Muslime in China – von Hui und Uiguren

Denkt man an die Religionen Chinas ist der Islam sicher nicht die erste, die einem in den Sinn kommt. Trotzdem sind muslimische Traditionen in einigen Regionen Chinas seit Jahrhunderten verwurzelt. Das hat in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen mit staatlichen Autoritäten geführt und stellt auch heute Muslime in China vor viele Herausforderungen.

Die Qingjing Moschee in Quanzhou ist die älteste erhaltene Moschee in China. (Quelle: Vmenkov via Wikimedia Commons, unter Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Hassan al-Banna und die Muslimbruderschaft

Hassan al-Banna. (Quelle: Wikimedia Commons)
Hassan al-Banna.

Die Reformer des Islam Jamal ad-Din al-Afghani, Muhammad Abduh und ihre Schüler haben viele Denker in der islamischen Welt beeinflusst. Dabei hat sich die Reformidee in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt. Besonders Rashid Rida legte mit seiner Ablehnung der Trennung von Staat und Religion sowie seiner Annäherung an den Wahhabismus die Grundlage für salafistisches und islamistisches Gedankengut heute. Einer der bedeutendsten Vertreter einer von Rashid Rida beeinflussten antikolonialen und streng islamischen Denkweise ist Hassan al-Banna (1906-46), welcher die Muslimbruderschaft begründete.

Al-Andalus – eine multikulturelle Illusion?

Die Iberische Halbinsel um 910. (Quelle: Alexandre Vigo via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 1.0)
Die Iberische Halbinsel um 910.

Die Zeit der muslimischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel (8. bis 15. Jahrhundert) gilt als kulturelle und religiöse Blütezeit, in der Muslime, Christen und Juden harmonisch miteinander lebten. Im Spanischen wird diese Zeit als „la Convivencia” (die Koexistenz) bezeichnet und al-Andalus, die arabische Bezeichnung der Region, ist fest verbunden mit der Vorstellung einer toleranten Gesellschaft. Klingt zu gut um wahr zu sein? Das denken sich auch viele Forscher und wollen dem Mythos al-Andalus ein Ende bereiten.

Reformislam – Der Modernisierung des Islam auf der Spur

In den letzten Jahren hat der Islam vor allem mit negativen Meldungen Schlagzeilen gemacht und so verwundert es nicht, dass die Vorbehalte in der Bevölkerung wachsen, wenn diese sich nicht eingehender mit dieser Religion auseinandersetzen. Der Islam wird als fortschrittsfeindlich und rückwärtsgerichtet wahrgenommen. Rufe nach einem islamischen Luther und einer islamischen Reformation werden laut. Dabei wird selten berücksichtigt, dass es schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Gedankenkonstrukte und Bestrebungen hin zu einer inneren Reform des Islams gibt.

Muslime und Islam – Populäre Irrtümer in der Diskussion

„Our Lady of the Rosary“ Kirche in Qatar.

In der Diskussion über Geflüchtete sind Muslime in den Mittelpunkt gerückt. Dabei gibt es wiederkehrende Argumente, die vorgebracht werden. Viele davon beruhen auf Vorurteilen und Fehlannahmen. Einige besonders prominente seien hier kurz behandelt.

Tadschikistans Kampf gegen die Islamisierung? Mit Highheels und ohne Bärte

Tadschikische Frauen mit Kopftuch
Tadschikische Frauen mit Kopftuch

Frauen an der Universität von Dushanbe müssen Absatzschuhe tragen und Musliminnen werden angehalten, das Kopftuch abzulegen. Muslimischen Männern mit langem Bart wird dieser von der Polizei abrasiert. Kinder sollen keine ‚muslimischen‘ Namen bekommen und von den Eltern nicht mit in die Moschee genommen oder anderweitig ‚indoktriniert‘ werden. 

All diese Maßnahmen werden unter der Ägide des tadschikischen Präsidenten Emomali Rahmon erlassen und dienen angeblich dem Zweck, eine Ausbreitung des Islamismus zu verhindern. Tatsächlich jedoch geht es um Macht und die Unterdrückung politischer und gesellschaftlicher Opposition.

Islamischer Staat – theoretisches Konzept und praktische Umsetzung

Palmyra (Quelle: James Gordon via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 2.0)
Palmyra – Teile der Wüstenstadt wurden bereits von IS zerstört.

Die neueste Aktion der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ist die Zerstörung der jahrhundertealten Tempel in der Wüstenstadt Palmyra (Tadmur). Und doch ist es nur die aktuellste Grausamkeit in einer langen Liste von Gräueltaten an Menschen und Kulturgut. IS will damit angeblich für Frieden und Sicherheit im Kalifat sorgen, das 2014 ausgerufen wurde. Doch ein islamischer Staat sah und sieht auch heute nicht immer so aus, wie sich das die Anhänger von al-Baghdadi vorstellen.

Das islamische Gebet – Fünfmal am Tag oder doch nur dreimal?

Betende Muslime in der Ummaiyaden-Moschee in Damaskus. (Quellle: Antonio Melina/Agência Brasil via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0 BR)
Betende Muslime in der Ummaiyaden-Moschee in Damaskus.

Die fünf Pfeiler des Islams sind DIE Grundlagen, von denen in jeder Einführung zum Thema die Rede ist: Die Pilgerfahrt nach Mekka (Haddsch), die Almosensteuer (Zakat), das Fasten (Saum), das Glaubensbekenntnis (Schahada) und das fünfmalige Beten in Richtung Mekka (Salat). Nur, dass nicht alle Muslime fünfmal am Tag beten. Unter Schiiten ist es weit verbreitet, dreimal täglich zu beten. Begründungen – sowohl für drei- als auch für fünfmal – finden sich im Koran und in den Hadithen.

Islamfeindlichkeit Serie Teil 2 – PEGIDA

Am kommenden Montag findet bereits der 16. sogenannte Spaziergang Pegidas durch die Dresdner Innenstadt statt. Begonnen im Oktober 2014 konnte die Bewegung bis zu 18.000 (nach anderen Zählungen 25.000) Menschen mobilisieren. Die Frage, wer an diesen Demonstrationen teilnimmt und vor allem, was sie dazu bewegt, sind spannende Aspekte, derer sich inzwischen auch die Wissenschaft angenommen hat.