Kategorie-Archiv: Weltreligionen

Christentum II: Trinitätslehre

Darstellung der Trinität als dreigesichtige Figur.

Darstellung der Trinität als dreigesichtige Figur. (Quelle: via Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Es ist eine auffallende Charakteristik des christlichen Monotheismus, welche die Mehrheit der „Christentümer“ gemeinsam haben: die Lehre vom dreifaltigen Gott. Die Trinitätslehre ist ein theologischer Geniestreich, verlässt er doch nie die Grenzen des Monotheismus, vereint jedoch gleichzeitig die Göttlichkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist.

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Christentum I: Grundlagen

Bei Diskussionen über den Islam und die „Islamisierung des Abendlandes“ wird oft vergessen, dass der Westen bereits eine „Christianisierung“ durchlief, der den angeblich notwendigen Schutz einer „jüdisch-christlichen Kultur“ heute erst nötig macht. Ohne ihren Missionsanspruch wäre der Aufstieg des Christentums von einer kleinen jüdischen Sekte zur bis heute zahlenmäßig erfolgreichsten Religion weltweit nicht denkbar. 2,26 Milliarden Menschen richten sich nach christlichen Glaubensgrundsätzen. Doch welche sind das eigentlich?

Verbreitung des Christentums weltweit.

Verbreitung des Christentums weltweit: Katholisches Christentum (violett), Orthodoxes Christentum (rosa), Protestantisches Christentum (blau). (Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei)

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Judentum III: Zionismus in Geschichte und Gegenwart

Theodor Herzl

Theodor Herzl. (Quelle: Wikimedia, gemeinfrei)

Die Idee, nach der das jüdische Volk ins Land Israel zurückkehrt, war bei den Juden in der Diaspora immer präsent. Die religiöse Vorstellung einer Rückkehr nach „Zion” wurde jedoch erst im 19. Jahrhundert vor dem Hintergrund der Herausbildung europäischer Nationalstaaten zu einer politischen Idee mit weitreichenden Konsequenzen. Der Zionismus arbeitete auf die Gründung eines eigenen jüdischen Staates hin. Mit der Staatsgründung Israels 1948 werden jedoch auch religiöse und politische Elemente auf die zionistische Idee zurückgeworfen.

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Judentum II: Jüdische Feste im Jahreslauf

Jüdischer Gemeindekalender von 1831.

Jüdischer Gemeindekalender von 1831. (Tomasz Sienicki, CC-BY-SA 5.0)

Auf den ersten Blick erscheint der jüdische Kalender verwirrend. Monate können mal 29, mal 30 Tage haben, das Jahr 12 aber auch 13 Monate und in 19 Jahren gibt es 7 Schaltjahre. Dafür wandert der Kalender harmonisch abgestimmt auf Jahreszeiten und Mondphasen durchs Jahr. Dadurch haben sich viele der wichtigen jüdischen Feste nicht nur ihren religiösen Kontext, sondern auch ihren landwirtschaftlichen Hintergrund bewahrt.

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Judentum I: Einführung

Thorarolle in Köln. (Quelle: HOWI via Wikimedia Commons, CC-BY-SA 4.0)

Thorarolle in Köln.

In Deutschland leben derzeit ca. 100.000 Juden (Quelle: remid, Stand 2015). Im Fokus jüdischer Themen steht meist der Holocaust, der schätzungsweise sechs Millionen Anhängern dieser Religion das Leben kostete. Doch das jüdische Leben umfasst mehr als nur die lange, wechselvolle Geschichte der ältesten der drei abrahamitischen Religionen. Das Judentum ist eine facettenreiche Religion mit sehr unterschiedlichen Strömungen, denen gemeinsame Glaubensvorstellungen und daraus erwachsene religiöse Praktiken zugrunde liegen.

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Sabbatai Zvi – Jüdischer Messias

Sabbatai Zvi. (Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Sabbatai Zvi.

In der jüdischen Geschichte ist die messianische Heilserwartung tief verwurzelt. Immer wieder gab es Personen und entstanden Bewegungen, welche die Ankunft des Messias verkündeten. Nicht zuletzt das Christentum ist aus dieser Überzeugung hervorgegangen. Die Bewegung des Sabbatianismus sorgte im 17. Jahrhundert für ein ähnliches Erdbeben, welches das Judentum in seinen Grundfesten erschütterte und bis heute nachwirkt.

Der selbst ernannte Messias Sabbatai Zvi versammelte in der Mitte des 17. Jahrhunderts eine Anhängerschaft um sich, die seine Botschaft von der Levante bis nach Mitteleuropa und Großbritannien verbreitete. Tausende bereiteten sich darauf vor, seinem Ruf ins Heilige Land zu folgen, bevor ein Turban den Lauf der Geschichte veränderte.

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Die Ausweisung der Juden aus England 1290

Die Ausweisung der Juden aus Spanien ist wohl die bekannteste Vertreibung dieser religiösen Gemeinschaft, doch es ist bei weitem nicht die einzige in der europäischen Geschichte. Zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert haben mindestens 18 Länder wiederholt dafür gesorgt, dass die jüdische Bevölkerung auswandern musste. Eines dieser Länder war England, welches 1290 ein Ausweisungsedikt erließ und erst 360 Jahre später – wenn auch nicht aufhob so doch zumindest nicht mehr durchsetzte.

Ausweisung von Juden in Europa zwischen 1100 und 1600. (Quelle: Ecelan via Wikimedia Commons, Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Ausweisung von Juden in Europa zwischen 1100 und 1600.

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Schwetzingen: Eine Moschee im Schlossgarten

Moschee Schwetzingen - Westansicht. (Quelle: Andree Stephan via Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0)

Moschee Schwetzingen – Westansicht.

Gartenmoscheen waren zur Zeit der „Türkenmode” im 18. Jahrhundert bei fleißig bauenden Herrschenden der letzte Schrei. Gebetet wurde in den wenigsten dieser Moscheen. Die letzte ihrer Art kann man heute noch im malerischen Schwetzingen

 

Die Moschee in Schwetzingen ist Teil des aufwendig gestalteten Gartens, der sich hinter dem Schwetzinger Schloss erstreckt. Im 14. Jahrhundert noch eine mittelalterliche Wasserburg, wurde der Bau nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg wieder aufgebaut und erhielt im 18. Jahrhundert sein heutiges Antlitz. Besonderen Verdienst hatte der Kurfürst Karl Theodor (1724-1799), der das Schloss zur Sommerresidenz ausbaute und den barocken Schlossgarten anlegte.

In der Barockanlage gibt es neben einem Badhaus und einem Naturtheater auch eine Gartenmoschee, die heute die letzte erhaltene ihrer Art in Europa ist. Errichtet wurde sie zwischen 1779 und 1795 nach dem Vorbild der Gartenmoschee von William Chambers in Kew Gardens sowie Entwürfen von Johann Fischer von Erlach. Die Architektur der Moschee verbindet bauliche Elemente des Barock mit orientalischer Architektur. Es finden sich sowohl barocke Kuppeln, spitzbogige Fenster, Rundbogenarkaden, Minarette, Pavillons und Halbmondverzierungen.

Moschee Innenansicht Kuppel. (Quelle: Berthold Werner via Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0)

Moschee Innenansicht Kuppel.

Der Innenraum der Moschee gliedert sich in einen runden Zentralraum mit jeweils einem Anbau auf jeder Seite. Der Grundriss ähnelt stark jenem der Kew-Gardens-Moschee. Die Innengestaltung ist farbenfroh und wird von der Kuppel im Zentralraum beherrscht. Inschriften sind golden ausgelegt und sowohl in arabischer als auch deutscher Sprache angebracht. Es handelt sich um Sinnsprüche, die nicht speziell islamisch sind, sondern allgemeine Tugenden wie Weisheit und Fleiß preisen.

Die Moschee wird umgeben von Wandelgängen und erinnert darin an orientalische Moscheen. Es fehlen jedoch jedwede liturgische Einrichtungen wie sie in jeder Moschee der islamischen Welt zu finden ist. Es gibt keine Möglichkeit der rituellen Reinigung vor dem Gebet, im Innenraum gibt es keine Gebetsnische, welche die Gebetsrichtung nach Mekka ausweist und auch keine Kanzel, von der freitags üblicherweise eine Rede gehalten wird.

Moschee mit Wandelgängen. (Quelle Andree Stephan via Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0)

Moschee mit Wandelgängen.

Zur Verrichtung von Gebeten durch Muslime wurde das Gebäude bisher nur zu zwei Zeitpunkten seiner Geschichte. Nach dem Deutsch-Französischen-Krieg 1870/71 und in den 1980er-Jahren.

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Hassan al-Banna und die Muslimbruderschaft

Hassan al-Banna. (Quelle: Wikimedia Commons)

Hassan al-Banna.

Die Reformer des Islam Jamal ad-Din al-Afghani, Muhammad Abduh und ihre Schüler haben viele Denker in der islamischen Welt beeinflusst. Dabei hat sich die Reformidee in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt. Besonders Rashid Rida legte mit seiner Ablehnung der Trennung von Staat und Religion sowie seiner Annäherung an den Wahhabismus die Grundlage für salafistisches und islamistisches Gedankengut heute. Einer der bedeutendsten Vertreter einer von Rashid Rida beeinflussten antikolonialen und streng islamischen Denkweise ist Hassan al-Banna (1906-46), welcher die Muslimbruderschaft begründete.

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Kakure Kirishitan – Die „versteckten“ Christen von Japan

Marienfigur getarnt als Bodhisattva Kannon. (Quelle: PHGCOM via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Marienfigur getarnt als Bodhisattva Kannon.

Mit dem katholischen Missionar und Mitbegründer des Jesuitenordens Francisco de Xavier (im Deutschen oft Franz Xaver) beginnt 1549 die Geschichte des Christentums in Japan. Er legte das Fundament für eine außergewöhnliche Verbreitung des christlichen Glaubens auf den japanischen Inseln. Die nachfolgenden Missionare konnten erstaunliche Erfolge verzeichnen – nicht einmal hundert Jahre später waren fast 10% der Bevölkerung zum Christentum konvertiert. Was hätte einer der größten Siegeszüge einer Religion werden können, endete abrupt mit dem Verbot des Christentums und der Unterdrückung, Verfolgung und dem Tod von Tausenden Konvertiten. Es führte gleichzeitig zu der Entstehung einer der faszinierendsten religiösen Gemeinschaften, den kakure kirishitan, den „versteckten” Christen von Japan.

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