Kategorie-Archiv: Jahresrückblick 2012

Jahresrückblick: Dezember 2012 – Heiligtümer in Mali

Bereits im Sommer hatten fundamentalistische Muslime der Rebellengruppe Ansar ad-Din (meist Ansar Dine) muslimische Heiligtümer in der Nähe von Timbuktu zerstört. Nun wurden wieder Teile des Weltkulturerbes in Timbuktu verwüstet, weil in den Mausoleen die dort begrabenen muslimischen Gelehrten verehrt werden. Doch für Ansar ad-Din darf es neben der Verehrung Gottes keine Heiligenverehrung geben.

Ansar ad-Din hatte im März durch einen Militärputsch die Kontrolle über den Norden Malis gewonnen und ist seitdem bestrebt, dort die Scharia einzuführen. Allerdings hat sie sich auch bereit erklärt, mit der Regierung in Bamako Friedensverhandlungen aufzunehmen.

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Jahresrückblick: November 2012 – kreuz.net im Fadenkreuz

Die kürzlich gemachten Aussagen des Papstes zur Homosexualität werfen neues Licht auf einen Diskussionsgegenstand im November dieses Jahres: Die Hetzseite kreuz.net stand schon länger in der Kritik für ihre homophoben Aussagen, jedoch von Seiten kirchlicher Stellen gab es kaum oder keine Reaktion, geschweige denn Kritik. Nachdem der Papst Homosexualität als eine falsch verstandene Form von Freiheit bezeichnete, die die Grundfesten der Familie bedrohe, ist nicht verwunderlich, dass von kirchlicher Seite nicht viel Unterstützung für die Aktion des Bruno Gmündner Verlages kam.

Der Berliner Verlag hatte im Oktober dazu aufgerufen, Hinweise auf die Identitäten der Betreiber von kreuz.net einzusenden. Nachdem zahlreiche Hinweise eingingen, wurden im November erste Namen von Autoren der Seite bekanntgegeben und im Dezember ging die Seite vom Netz. Allerdings liegt es nahe, dass sich die Aktivitäten der homophoben Autoren auf andere Seiten verlagern.

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Jahresrückblick: Oktober 2012 – Tag der offenen Moschee

Seit 1997 findet jedes Jahr am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, in vielen Moscheen in Deutschland der Tag der offenen Moschee statt. Er dient dem Kennenlernen des Islams und der Muslime. Man kann sich mit einer Moschee vertraut machen; man hat die Möglichkeit, Fragen zu stellen; oftmals gibt es Essen und Getränke, sowie weiteres Rahmenprogramm.

Den Tag der offenen Moschee am 3. Oktober zu veranstalten, soll die Zugehörigkeit der Muslime zu Deutschland und die Verständigung über Religionsgrenzen hinaus symbolisieren.

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Jahresrückblick: September 2012 – „Die Unschuld der Muslime“

Im Zuge von Ausschreitungen in Libyen wurde die US-Botschaft in Bengasi von einer wütenden Menschenmenge gestürmt. Hierbei wurden der US-Botschafter John Christopher Stevens und drei seiner Mitarbeiter getötet. Die Erstürmung der Botschaft war der Beginn tagelanger Gewalt in vielen arabischen Staaten. Grund war ein im Internet veröffentlichter Film, welcher den Propheten Muhammad verunglimpft und dadurch unter Muslimen für Zorn und Aufregung sorgte.

Da das Video in den USA produziert und von Kopten finanziert worden war, richtete sich der Zorn insbesondere gegen US-Einrichtungen und gegen die vor allem in Ägypten ansässigen koptischen Christen.

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Jahresrückblick: August 2012 – Angriff auf Sikh-Tempel

In Oak Creek, im US-Bundesstaat Wisconsin, hat ein Mann einen Sikh-Tempel angegriffen und dabei sieben Menschen getötet. Er hatte bereits außerhalb des Gebäudes drei Sikh-Anhänger getötet und war dann in das Gebäude eingedrungen und erschoss dort vier weitere Menschen. Er wurde von den ersten ankommenden Polizisten gestellt und nach einem heftigen Schusswechsel erschossen. Im Tempel befanden sich zu diesem Zeitpunkt 100 Personen, die Polizei verhinderte ein schlimmeres Blutbad.

Das Motiv des Täters war zunächst unklar, es stellte sich jedoch heraus, dass er die Sikhs aufgrund ihrer Bärte und Turbane für Muslime gehalten hatte.  Der Tempel in Oak Creek wurde 1999 gegründet und hat etwa 400 Mitglieder.

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Jahresrückblick: Juli 2012 – Episkopalische Kirche

In den USA hat die episkopalische Kirche zugestimmt, in ihren Kirchen Zeremonien durchzuführen, welche gleichgeschlechtlichen Paaren eine Art Heiratszeremonie ermöglicht. Es ist keine Heirat an sich, da diese nicht in allen US-Staaten juristisch durchführbar ist, aber der Priester kann dem Paar den Segen der Kirche aussprechen.

Damit ist die episkopalische Kirche die größte Denomination der USA, die homosexuellen Paaren diese Möglichkeit bietet. Vorher hatten bereits die presbyterianischen und methodistischen Kirchen Vorstöße in ähnliche Richtungen abgelehnt.

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Jahresrückblick: Juni 2012 – Unruhen in Birma

Seit Juni 2012 halten die Auseinandersetzungen zwischen den buddhistischen Einwohnern und den dort ansässigen Muslimen (Rohingya) im Norden Birmas an. Auslöser war im Juni die Vergewaltigung einer jungen Buddhistin, die von Muslimen angegriffen wurde. Daraufhin schaukelten sich gegenseitige Übergriffe derart hoch, dass die Regierung Ausgangssperren verhängte und Tausende Muslime flohen. Hier findet ihr einen ausführlichen Artikel über die Ereignisse, für die bis heute keine Lösung gefunden wurde.

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Jahresrückblick: Mai 2012 – Beschneidungsdebatte

Im Mai fällte das Kölner Landgericht ein Urteil, in dem es auch um die Beschneidung von Jungen ging. Deutschlandweit löste dies eine langanhaltende Diskussion über das Für und Wider von Beschneidungen aus, insbesondere in ihrem religiösen Kontext. Die Debatten heizten sich derart auf, dass die Legislative sich gezwungen sah, einzugreifen. Nun gibt es ein Beschneidungsgesetz, welches Beschneidungen aus religiösen Gründen bei Jungen erlaubt, jedoch wird dies an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.

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Jahresrückblick: April 2012 – Mormon for President?

Wir wissen inzwischen, dass das nicht geklappt hat, aber im April waren Mitt Romney und sein Glaube in aller Munde. Man wollte wissen, worum es bei den Mormonen geht, was „die so machen“ und: Wieviele Mormonen gibt es denn in den USA?

Ungefähr zur gleichen Zeit fand eine Studie heraus, dass neben den Muslimen die Mormonen die am schnellsten wachsende Religion der USA sind. Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage gab an, dass sie 2 Millionen Anhänger und 295 neue Gemeinden begründet haben – in den letzten zehn Jahren. Die Studie fand auch heraus, dass es immer mehr Menschen in den USA gibt, die sich keiner Religion zugehörig fühlen und bei Umfragen ‚keine Religion‘ angeben. Die Studie beruht auf den Eigenangaben der Religionsgemeinschaften.

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Jahresrückblick: März 2012 – Anschläge in Frankreich

In  der französischen Region Midi-Pyrénées im Südwesten des Landes wurden bei drei Anschlägen, die im Abstand von vier Tagen erfolgten, insgesamt sieben Menschen getötet und einer schwer verletzt. Der Täter hatte sich als Mitglied von al-Qaida bezeichnet und in Toulouse sowie Montauban zugeschlagen.

Bei jedem Anschlag war der Täter mit einem Motorroller vorgefahren und hatte auf die Opfer geschossen. Die ersten beiden Angriffe erfolgten auf Soldaten, deren Einheiten auch in Afghanistan eingesetzt wurden. Die Getöteten waren nordafrikanischer Herkunft, der Schwerverletzte stammte aus Guadaloupe.

Der letzte Angriff erfolgte auf eine jüdisch-orthodoxe Schule, an der er einen Lehrer und drei Kinder tötete. Bei der Erstürmung seiner Wohnung wurde der mutmaßliche Täter von der Polizei getötet. Vorher hatte er bereits bei einem Anruf bei einem Journalisten seinen Taten gerechtfertigt: Es waren Proteste gegen das französische Verschleierungsverbot, den Einsatz in Afghanistan und die Situation in Palästina.

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