Kategorie-Archiv: Religion in Asien

Japanische Neureligionen III: Aum Shinrikyō

Proteste gegen Aum Shinrikyo 2009.

Proteste gegen Aum Shinrikyo 2009. (Quelle: Abasaa via Wikimedia Commons)

1995 war für Japan kein Glücksjahr. Eingeläutet wurde das Jahr von der großen Erdbebenkatastrophe in Kobe (mit einem Ausschlag von 7 Shindō, was bis dahin in Japan noch nie erreicht wurde) mit 4.000 Toten, 15.000 Verletzen und 300.000 Menschen, die durch das Erdbeben und die folgenden Brände obdachlos geworden waren. 1995 war jedoch auch das Jahr, das Japan mit den Folgen eines Giftgasanschlages in der Tokyoter U-Bahn in Atem liegt, durchgeführt von Anhängern einer der neuen Neureligionen: Aum Shinrikyō.

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Japanische Neureligionen II: Tenrikyō

Zentrum der Tenrikyo in Tenri, Nara-Präfektur.

Zentrum der Tenrikyō in Tenri, Nara-Präfektur. (Quelle: Ultratomio via Wikimedia Commons)

Tenrikyō ist eine der bekanntesten Neureligionen Japans und ist ein hervorragendes Beispiel für die Verschmelzung shintoistischer, buddhistischer und christlicher Elemente in einer Gemeinschaft, die sich selbst als Weltreligion sieht. Nach eigenen Angaben hat Tenrikyō weltweit ungefähr vier Millionen Anhänger. Doch das Glück war Tenrikyō nicht immer hold.

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Japanische Neureligionen I: Einführung

Hauptsitz der neuen Neureligion reiyukai in Tokyo.

Hauptsitz der neuen Neureligion Reiyūkai in Tokyo. (Quelle: Rs2141 via Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0)

Japan ist für Religionswissenschaftler ein wahres Eldorado. Nicht nur die verbreiteten Religionen des Shintoismus und Buddhismus bieten sich als spannende Forschungsobjekte an, sondern auch die zahlreichen neuen religiösen Bewegungen. Es lassen sich zwei Wellen der Entstehung von Neureligionen ausmachen: Nach der Öffnung Japans im 19. Jahrhundert entstandene religiöse Bewegungen werden im Japanischen als Neureligionen shinshūkyō bezeichnet. Die sich nach dem Zweiten Weltkrieg herausgebildeten Neureligionen werden in Abgrenzung dazu als neue Neureligionen shinshinshūkyō betitelt.

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Shintoismus III: Staats-Shinto und Trennung von Religion und Staat

Yasukuni Schrein

Immer wieder ein Streitpunkt im modernen Japan: der Yasukuni-Schrein. (Quelle: David Monniaux, CC-BY-SA 3.0)

Die Verbindung zwischen Staat und Religion fand in Japan im 19. und 20. Jahrhundert in der Etablierung des Staats-Shinto seinen Ausdruck. Die Auflösung dieser Verbindung nach dem Zweiten Weltkrieg und die Etablierung einer strikten Trennung von Religion und Staat führt bis heute zu Konflikten in Gesellschaft und Politik.

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Shintoismus II: Von Göttern, Schreinen und Ritualen

Nusa

Nusa zur kultischen Reinigung. (public domain)

Der Shintoismus versammelt eine Vielzahl spiritueller Praktiken, von denen viele bis in die Frühzeit Japans zurückreichen. Einen Namen erhielten diese Praktiken erst mit dem Auftauchen des Buddhismus in Japan im 6. Jahrhundert unserer Zeit. Im Shintoismus mischt sich Natur- mit Ahnenkult, können Verstorbene ebenso zu Göttern (kami) aufsteigen wie Bäume oder Steine. Eine Myriade von Göttern – im Japanischen spricht man von 800 Myriaden (yaoyorozu) – bevölkern ca. 80.000 Schreine, die sich über ganz Japan verteilen.

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Shintoismus I: Religion in Japan

Japaner im Gebet.

Japaner im Gebet. (Quelle: Kalandrakas, CC-BY-SA 2.0)

Wer die religiöse Landschaft Japans betrachtet, dem wird auffallen, dass sie äußerst vielfältig ist, ohne dass große Weltreligionen wie Christentum und Islam eine bedeutende Rolle spielen. Denn die Show stiehlt eindeutig die besondere, verwobene Beziehung zwischen Shintoismus und Buddhismus.

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Sikhismus I: Entstehung und Geschichte

Sikh-Familie im indischen Agra.

Sikh-Familie im indischen Agra. Die älteren Männer tragen den Turban, die jüngeren den sogenannten „Patka“. (Thomas Schoch, CC-BY-SA 3.0)

Auf Indiens Straßen erkennt man einen orthodoxen Sikh recht einfach am ungeschnittenen Bart und dem farbenfrohen Turban. Doch auch in Europa ist dieser Anblick nicht mehr fremd, denn der Sikhismus hat sich schon längst über die Grenzen seines Entstehungslandes hinaus ausgebreitet. Der Sikhismus fasziniert mit der Synthese hinduistischer und islamischer Elemente, die sich in dieser recht jungen Religion zu einem ganz eigenen Mix verbunden haben.

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Sun Myung Moon – ein wechselvolles Leben

Sun Myung Moon mit seiner zweiten Frau Hak Ja Han (Quelle: von unbekannt; original uploader at en.wikipedia was Steve Dufour at en.wikipedia. [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons)

Anfang letzter Woche ist der Gründer der aus Korea stammenden Vereinigungskirche im Alter von 92 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung verstorben. Er führte das Leben eines selbsternannten Messiahs, der die Nähe der Reichen und Mächtigen suchte und dessen Weg gezeichnet war mit Verehrung, aber auch mit kritischen Auseinandersetzungen.

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Wochenrückblick (Woche 30 und 31)

Hier habe ich für euch gesammelt, was mir in den vergangenen zwei Wochen an religionsrelevanten Themen aufgefallen ist.

  • Im autonomen Gebiet Tatarstan (Hauptstadt Kasan) gab es vergangene Woche einen Doppelanschlag mit religiösem Hintergrund. Dabei gab es einen Toten und einen Schwerverlezten. Die Region gilt als Zentrum des Islam in Russland und als Musterbeispiel für die Integration von Christen und Muslimen.
  • Die Diskussion um die Beschneidung von Jungen ist  in Deutschland nach wie vor aktuell. Doch auch das europäische Ausland verfolgt die Debatte, da erwartet wird, dass eine Entscheidung in Deutschland Signalwirkung für Europa hat. Bisher ist Schweden das einzige europäische Land, welches gesetzliche Regelungen zur Beschneidung erlassen hat.
  • Und da wir schon einmal beim Thema Religionsfreiheit in Deutschland sind: Ein deutsches Gericht hat zwei Kinder gegen ihren Wunsch und den Willen der Mutter zum Religionsunterricht verpflichtet.
  • Ist es eigentlich jemandem aufgefallen? Vom 20.07. bis 18.08. ist Ramadan. Ja, genau, schon mittendrin und noch nichts gemerkt. Einen schönen Artikel dazu findet ihr hier.

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Religiöse Gewalt in Birma

Die Spirale der Gewalt zwischen den muslimischen Rohingya und Buddhisten fordert immer mehr Opfer

Zunächst zur Auffrischung eventuell eingestaubter Geographiekenntnisse, hier eine Karte zur besseren Einordnung.

Die Lage Burmas in Südostasien (Quelle: von Kolomaznik (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons, Bearbeitung: R. R.-Orlovius)

In der deutschen Presse wird meist Birma als Landesname verwendet, aber auch Burma (übernommen aus dem englischsprachigen Raum) oder Myanmar sind möglich.

Ausnahmezustand im Nordosten Birmas

Dutzende Tote, Ausgangssperren und Ausnahmezustand im Bundesstaat Rakhaing (auch Rakhine oder Arakan). Das ist die Bilanz von knapp vier Wochen gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Buddhisten. Doch wie konnte es so weit kommen? Was war der Auslöser für die Wellen der Gewalt? Weiterlesen

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