Wochenrückblick 2013: Woche 36 und 37

Aufsehenerregende Werbekampagnen, weitreichende Gerichtsurteile und Abstimmungen prägen den neuen Wochenrückblick.

  • Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat in einem Eilverfahren entschieden, dass der Rektor einer Bekenntnisschule Schüler ablehnen darf, wenn diese die Teilnahme am Religionsunterricht und Gottesdienst verweigern. Im konkreten Fall hatten die muslimischen Eltern ihren Sohn an einer katholischen Schule anmelden wollen, weil es die nächstgelegene Schule ist. Da diese Schule jedoch eine Bekenntnisschule ist, besucht jedes Kind den Religionsunterricht (je nach Ausrichtung der Schule den evangelischen oder katholischen) sowie die abgehaltenen Gottesdienste. Dies wollten die Eltern nicht gestatten, daraufhin wurde die Anmeldung ihres Sohnes abgelehnt. Das Urteil des Oberverwaltungsgericht hat diese Entscheidung bestätigt.
  • Am Donnerstag, den 05. September, wurde in Bayern ein Grundstück durch die Polizei umstellt. Grund hierfür war die Anordnung des Familiengerichts, den Eltern von 28 Kindern einstweilig das Sorgerecht zu entziehen. Die Kinder im Alter zwischen sieben Monaten und 17 Jahren und ihre Eltern gehören der Religionsgemeinschaft der „Zwölf Stämme“ an. Grundlage dieser Entscheidung waren Zeugenaussagen, die die körperliche Züchtigung und Misshandlung der Kinder nahelegen. Solchen Vorwürfen sieht sich die Gemeinschaft der „Zwölf Stämme“ nicht zum ersten Mal ausgesetzt, im vergangenen Jahr waren ähnliche Vorwürfe erhoben wurden, jedoch hatten die Behörden diese nicht nachweisen können.
  • Als Reaktion auf die Übergriffe auf Frauen in Indien wirbt die Initiative Save Our Sisters, eine Untergruppe der Organisation Save the Children India, mit drei Postern um Aufklärung von Fällen misshandelter Frauen und die Unterstützung der Opfer. Die Poster zeigen die drei Hindu-Göttinen Sarasvati, Durga und Lakshmi. Alle drei sind mit traditionellen Attributen ausgestattet und sie tragen deutlich sichtbar Prellungen und Platzwunden im Gesicht.
    UPDATE: Save Our Children India macht in einem Disclaimer deutlich, dass diese Kampagne zwar von Tabroot für Save Our Sisters entwickelt wurde, dass sie jedoch nicht von Save Our Children India unterstützt wird und auch nicht deren Werte und Ziele vertritt.
  • Nachdem ein ähnliches Vorhaben 2008 gescheitert war, hat es in Wales in der vergangenen Woche wieder eine Abstimmung über die Akzeptanz von weiblichen Bischöfen gegeben. Dieses Mal fiel die Entscheidung zugunsten weiblicher Bischöfe aus und Wales reiht sich neben Irland und Schottland ein, die Frauen diesen Status bereits schon zugestehen. Auf der britischen Insel bleibt nun die Church of England die letzte Instanz, in der Frauen nicht zu Bischöfen geweiht werden können.
  • Am Fuße des Tempelberges in Jerusalem wurde ein historischer Goldschatz geborgen. Der Schatz besteht aus 36 Goldmünzen, Gold- und Silberschmuck sowie einem Medaillon mit der Prägung einer Menora,  des traditionellen jüdischen Leuchters mit sieben Armen. Der Fund wurde von Archäologen ins 7. Jahrhundert datiert und unter dem Fußboden eines byzantinischen Hauses entdeckt.

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