Wochenrückblick 2013: Woche 44 und 45

 Welchen Effekt hat der “Tebartz-Effekt”? Was macht der “Franziskus-Effekt”? Und was haben Kletterwände mit Moscheen zu tun?

  •  Dass sich in einer alten Lagerhalle eine Moschee ansiedelt, ist inzwischen nicht mehr ungewöhnlich. Viele neu gegründeten religiösen Räume kommen in Industriegebieten unter. Ungewöhnlich ist, was die Gemeinde des Nürnberger Stadtteils Gostenhof aus dem alten Aufzugschacht gemacht hat: eine Kletterwand. 15 Meter geht es immerhin nach oben und schon im zweiten Stock wird der Aufstieg mit einem außergewöhnlichen Ausblick belohnt. Durch eine Glasscheibe lässt sich ein Blick in den muslimischen Gebetsraum werfen. Ziel ist es, mit diesem Angebot auch Nicht-Muslime anzulocken und die muslimische Gemeinde offener zu gestalten.
  • In der katholischen Kirche macht sich der “Tebartz-Effekt” (taz) bemerkbar: Immer mehr Gläubige treten nach dem Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst aus der Kirche aus. Im Vergleich zum September dieses Jahres verdoppelten oder verdreifachten sich im Oktober die Austrittszahlen in zahlreichen Gemeinden. In Köln bildeten sich zeitweise Warteschlangen. Die evangelische Kirche ist ebenfalls – wenn auch nicht in diesem Ausmaß – betroffen. Doch auch wenn viele Gläubige explizit Tebartz-van Elst als Grund für ihren Austritt angeben, reiht sich dies in die Entwicklung der letzten Jahre ein. Es treten jährlich jeweils ungefähr 100.000 Gläubige aus katholischer und evangelischer Kirche aus.
  • Ein anderer und für die katholische Kirche sehr viel positiverer Effekt, nämlich der “Franziskus-Effekt”, macht sich in Italien bemerkbar. Seit dem Amtsantritt von Papst Franziskus gehen wieder mehr Italiener in die Kirche. Doch nicht nur das: Rom verzeichnet einen neuen Touristen-Boom, insbesondere mit Reisenden aus Südamerika, und Franziskus ist in der Liste der beliebtesten Babynamen auf Platz 1 geklettert.
  • Nach dem Anschlag Ende Oktober auf dem Tiananmen-Platz in Peking, bei dem fünf Menschen starben, geht die chinesische Regierung verstärkt gegen die Uiguren vor. Nachdem die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat in die Richtung uigurischer Bewegungen deutete, wurden bereits mehr als 50 Uiguren festgenommen. Bewiesen sind diese Umstände jedoch nicht. Die muslimische Minderheit, die hauptsächlich im Nordwesten Chinas, im Autonomen Gebiet Xinjiang lebt, betrachtet die Chinesen als Besatzer ihres Landes und setzt sich für ihre Unabhängigkeit von China ein.

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