Wochenrückblick 2013: Woche 46

Hinduistische Gottheiten auf Bieretiketten und Schweineköpfe auf Holzpflöcken waren die Schocker der Woche, doch nicht die einzigen Neuigkeiten.

 

  • In einem offenen Brief haben sich kroatische NGOs an Papst Franziskus gewandt, um sich über kroatische Bischöfe zu beschweren. Diese unterstützten kroatische Nationalisten in ihrem Vorgehen gegen die serbische Minderheit. Anlass des Briefs ist die Zerstörung von Schildern an Gebäuden staatlicher Behörden. Dort müssen laut Verfassung Schilder sowohl auf kroatisch als auch serbisch angebracht werden, wenn der Bevölkerungsanteil in diesen Orten über 33% liegen, auch die Verkehrsschilder. Seit Monaten werden besonders in Vukovar, einer Stadt im Nordosten des Landes an der Grenze zu Serbien, die serbischen Schilder systematisch zerstört. Die NGOs erhoffen sich eine Mahnung des Papstes an die in Kroatien sehr einflussreichen Bischöfe.

 

  • Während eines Anschlages auf die jährlich stattfindenden Prozessionen zu Ashura wurden in der Nähe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad acht Menschen getötet und über 30 weitere verletzt. Schiiten gedenken an Ashura dem Tod Husains, einem Enkel Muhammads, bei der Schlacht von Kerbela 680 mit einer Prozession. Während der Prozession ist es üblich, dass die Gläubigen sich schlagen, sich Schnittwunden zufügen und ihre Trauer hinausschreien. Als die Trauernden ein sunnitisches Seminar passierten kam es zwischen Sunniten und Schiiten zunächst zu verbalen Auseinandersetzungen, die jedoch in Steinwürfen und Schüssen eskalierte.

 

  • In Leipzig haben Unbekannte auf dem Gelände der zukünftigen Ahmadiyya-Moschee in Gohlis Mülltonnen in Brand gesetzt und fünf Schweineköpfe auf Holzpflöcke gespießt. Seitdem die Gemeinde der Ahmadiyya Muslim Jamaat bekanntgab, dass sie in Leipzig eine Moschee errichten wollen, schlagen die Wellen hoch in der Stadt. Demonstrationen und Gegendemonstrationen fanden statt, die jedoch immer friedlich verliefen. Das Aufspießen der Schweineköpfe hat die Stadt und den Oberbürgermeister schockiert. Der Vorsitzende der Ahmadiyya finde das Niveau zwar traurig, aber von den Plänen für die Moschee ließe sich die Gemeinde nicht abbringen. 

 

  • Die Brookvale Union Brewery, eine Brauerei nördlich von Sydney, Australien, hat unter Hindus weltweit laute Proteste ausgelöst. Grund hierfür ist das Label ihres Ingwer-Biers, welches die Gottheiten Ganesha und Lakshmi, verschmolzen zu einer Figur, darstellt. Was für die Brauerei den Ursprung des Ingwers auf dem asiatischen Kontinent unterstreichen sollte, verletzte die religiösen Gefühle von Hindus weltweit. Der Forderung nach Entfernung des Labels kam die Brauerei nach.

 

  • In Schottland wurden einem bekennenden Atheisten in außergerichtlicher Einigung 1000 Pfund gezahlt, nachdem er sich über den Religionsunterricht seines Sohnes beschwert hatte. Die Auseinandersetzung zieht sich bereits seit 2008 hin, als er seinen Sohn aus dem Religionsunterricht nehmen wollte, weil ihm die Darstellung von Religion bei Themen wie Martin Luther King und Nelson Mandela fraglich erschien. Der Schulrat teilte mit, diese Einigung vorgeschlagen zu haben, um nicht noch mehr Geld in eine gerichtliche Einigung zu investieren. Der betreffende Schotte kündigte an, das Geld der Schule seines Sohnes spenden zu wollen.

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