Wochenrückblick 2013: Woche 49 und 50

 Natürlich ist auch bei religioholic der Tod Nelson Mandelas ein Thema im Wochenrückblick. Darüber hinaus gab es erstaunlich viele für Religionsgemeinschaften relevante Gerichtsurteile und den krönenden Abschluss macht ein skandalöses Weihnachtslied.

  • In Mannheim wurde die erste muslimische Kita in Deutschland eröffnet, die sich das Außengelände mit einer städtischen Kinderkrippe teilt. Laut FAZ bezeichnete die Stadt Mannheim den Kindergarten als „interkulturelle[s] Pilotprojekt“. Neben der Kita in Mannheim gibt es bereits in Mainz, Berlin und Karlsruhe muslimische Kindergärten. Sie alle haben zum Ziel, die Integration der Kinder insbesondere durch die Anwendung der deutschen Sprache zu fördern ohne muslimische Gepflogenheiten zu missachten, sehen sich jedoch auch immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, der Bildung einer Parallelgesellschaft Vorschub zu leisten.
  • Der Vater einer streng christlichen Familie hatte vor dem Bremer Oberverwaltungsgericht geklagt, weil er die Mitfahrt seiner Kinder auf eine Klassenfahrt verhindern wollte. Als Begründung gab er an, dass die Betreuung der Kinder während einer Klassenfahrt mit Übernachtungen (rund 35 km von Bremen entfernt) nicht seinen Vorstellungen entspreche, mit Bibellesungen und Gebeten. Das Gericht entschied, dass dies kein Grund sei, die Kinder von der Fahrt zu befreien, zumal die Schule als Kompromiss angeboten hatte, der Vater könne die Kinder jeden Abend abholen und am Morgen wieder zurückbringen. Dieser war auf den Kompromiss jedoch nicht eingegangen.
  • 1997 wurde in Polen über Nacht ein Kreuz im Parlament aufgehängt. Damit wurde die Diskussion, ob ein Kreuz angemessenes Zeichen für das Ende des Kommunismus sei, beendet. Denn aus Respekt wurde das Kreuz seitdem nicht wieder entfernt. Nicht-religiöse Abgeordnete hatten daraufhin geklagt, weil das Zeichen gegen ihre Religionsfreiheit verstoße. Für den Richter war dies kein Grund, das Kreuz entfernen zu lassen, da es nicht nur religiöses, sondern auch kulturelles Symbol sei. Die Klagenden planen nun, mit dem Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg zu ziehen.
  • Auch in Großbritannien ist der Ausgang einer Gerichtsverhandlung positiv für die Religionsgemeinschaft ausgegangen. Nach jahrelangem Zug durch die Instanzen, hat das Oberste Gericht die Scientology-Kirche offiziell als Religion anerkannt. Dies ermöglicht es Paaren, die in einer Kirche der Scientologen vermählt worden, ihre Ehe offiziell anerkennen zu lassen. Damit hat die Klägerin Louisa Hodkin ihr Ziel erreicht, ihren Verlobten Alessandro Calcioli in einer Scientology-Kirche zu heiraten, als offiziell anerkannte Ehe.
  • Ein Weihnachtslied hat in Rumänien für einen Skandal gesorgt. In der drittgrößten Stadt Cluj hatten Musiker der Gruppe „Transsylvanische Sehnsucht“ in einer live im Fernsehen übertragenen Sendung ein eindeutig antisemitisches Lied gesungen. „Verfluchter Jude… Nur im Schornstein als Rauch, dort sei der Jude gut…“ zitiert die ARD. Die Schuld, warum aus 26 möglichen Darbietungen diese ausgewählt wurde, schieben sich der Chef des örtlichen Kulturzentrums und die Verantwortlichen beim Sender gegenseitig zu.

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