Jahresrückblick 2013: April – Topless Jihad Day

Die Frauenorganisation Femen hatte für den 4. April den ‘Topless Jihad Day’ ausgerufen. Damit wollten sie die Tunesierin Amina Tyler unterstützen. Mit ungeahnten Folgen…

Amina Tyler

Amina Tyler (by Salah Alhamdi, veröffentlicht unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

Amina Tyler, mit bürgerlichem Namen Amina Sbouï, hatte bereits im März in ihrem Facebook-Account Fotos veröffentlicht, die in Tunesien für einen Skandal sorgten. Sie zeigen die 19-Jährige oberkörperfrei, mit den Schriftzug “Mein Körper gehört mir und ist nicht die Quelle ihrendjemandes Ehre” sowie “Fuck your Morals” auf dem Oberkörper. Die Fotos sorgten für widersprüchliche Reaktionen. Einerseits wurde sie vom bekannten Moderator Naoufel Outani in dessen Talk-Show eingeladen, andererseits erhielt sie Todesdrohungen und ihr Facebook-Account wurde gehackt, die Fotos entfernt. Danach verschwand Tyler und auch, nachdem sie wieder bei ihrer Familie war, äußerte sie sich nicht öffentlich. Von der Unterstützung seitens anderer Femen-Aktivistinnen distanzierte sie sich später, da sie islamophob seien. Femen-Mitglieder in verschiedenen Ländern hatte durch Proteste und Aktionen ihre Unterstützung kundtun wollen. Dabei nutzten sie beim ‘Topless Jihad Day’, wie z. B. vor der Ahmadiyya-Moschee in Berlin, auch den Slogan “Fuck your Morals”. In Paris verbrannten die Aktivistinnen Flaggen mit dem islamischen Glaubensbekenntnis.

Dies wiederum rief muslimische Aktivistinnen auf den Plan, die in einem offenen Brief klarmachten, dass sie Femen und deren Vorgehen nicht brauchen. Zwar begrüßten sie, dass Femen sich gegen männliche Dominanz auflehne, doch den Islam müssten sie dabei nicht verunglimpfen. Femen-Mitbegründerin Inna Schewtschenko antwortete der ‘Muslimah Pride’-Bewegung: Sklaven würden nun mal leugnen, Sklaven zu sein. In den sozialen Netzwerken war von Stockholm-Syndrom die Rede.

Aufgrund dieser anti-islamisch eingestellten Entwicklung Femens trennten sich die Wege von Amina Tyler und Femen. Sie ist nun in der Gruppe “Feminist Attack” aktiv und macht seit August ihr französisches Abitur in Paris.

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Eine Antwort zu “Jahresrückblick 2013: April – Topless Jihad Day

  1. Update: Zu Weihnachten 2013 hat eine Femen-Aktivistin im Kölner Dom für Aufregung gesorgt, als sie mit “I am God.” auf dem nackten Oberkörper während der Weihnachtsmesse auf den Altar sprang.

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