Jahresrückblick 2013: Mai – Orthodoxe Juden an die Waffen!

Bereits im Februar 2013 hatte der Oberste Gerichtshof in Israel entschieden, dass die Freistellung von ultraorthodoxen Juden gegen den Grundsatz der Gleichheit verstoße. Seitdem ringen Ultraorthodoxe und Regierung um eine neue Regelung. Im Mai kam es darüber zu heftigen Auseinandersetzungen.

Mehr als 30.000 ultraorthodoxe Juden versammelten sich vor einem Rekrutierungsbüro der israelischen Armee in Jerusalem, um gegen das drohende Ende ihrer Befreiung vom Militärdienst zu protestieren. Dabei kochte die Frustrationen über, die Polizisten wurden mit Steinen beworfen. Zehn Polizisten und drei Protestanten wurden verletzt und fünf Demonstranten verhaftet. Rabbiner hatten zu der Demo aufgerufen, jedoch lediglich 5.000 Teilnehmer erwartet.

Der Gerichtshof hatte der Regierung bis August Zeit gegeben, eine neue Regelung für den Militärdienst zu finden. Männer müssen in Israel einen dreijährigen Militärdienst leisten, Frauen zwei Jahre dienen. Bisher waren ultraorthodoxe jüdische Männer befreit, um sich ganz dem Torahstudium widmen zu können. Mit der Entscheidung des Gerichtshofs müssen nun andere Lösungen gefunden werden. Einen Militärdienst für ultraorthodoxe Männer lehnen die Rabbiner rundherum ab, aber auch der Kompromiss eines Zivildienstes wurde mit der Begründung zurückgewiesen, dass die religiösen Studien oberste Priorität hätten.

P.S.: Wer sich für die Haredim, also die ultraorthoxe Strömung des Judentums interessiert, dem sei das neueste sciebook vom Religionswissenschaftler Michael Blume ans Herz gelegt: „Die Haredim. Geschichte und Erfolg des ultraorthodoxen Judentums.“

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