Jahresrückblick 2013: Juni – Muslimische Gemeinschaft als Körperschaft anerkannt

Hessen nimmt im Juni eine Vorreiterstellung unter den Bundesländern ein, weil es das erste Bundesland ist, welches einer muslimischen Gemeinschaft den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zuspricht.

Manche Anträge auf Anerkennung als religiöse Körperschaft liegen seit Jahren den Behörden vor und harren einer Entscheidung. Denn besonders wenn es um muslimische Gemeinschaften geht, tut sich die deutsche Bürokratie schwer. Umso unverhoffter war es, dass der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) der Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts zuerkannt wurde. Sie ist die erste Gemeinschaft islamischer Prägung, die diesen Status bekam. Entsprechend stolz ist der Vorsitzende Abdullah Uwe Wagishauser. Ihm war es besonders wichtig, dass mit den neuen Rechten die Einrichtung von islamischen Friedhöfen und Moscheen mehr Gewicht bekommt. Dass die AMJ mit dem Körperschaftsstatus auch eine religiöse Steuer erheben kann, ist für ihn hingegen nicht von Bedeutung.

Dass der Antrag der Ahmadiyya Erfolg hatte, dürfte auch an deren hierarchischer Struktur und Ansprechpartnern liegen. Dies macht sie für die amtliche Vorgehensweise fassbarer und erklärt, warum etwa Anträge des Zentralrats der Muslime in Deutschland noch nicht bearbeitet wurden. Der Koordinationsrat der Muslime, dem neben drei weiteren Dachverbänden auch der Zentralrat angehört, äußerte sich entsprechend zurückhaltend zur Anerkennung der AMJ. Der Koordinationsrat sieht in der AMJ nicht eine islamische Strömung, sondern eine eigenständige Religion mit islamischen Elementen.

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