Wochenrückblick 01/2014

Aufregung um antisemitische Gesten in Frankreich, Neuigkeiten von Tebartz-van Elst, Religionsangaben in indonesischen Pässen, der Islam in Irland, eine Massenpanik in China und eine goldene Urne in Kambodscha.

  • Der französische Komiker Dieudonné M’Bala M’Bala hat seit 2005 immer wieder mit einer Geste provoziert, die von Kritikern als umgekehrter Hitlergruß gesehen wird. Dieudonné wurde bereits mehrfach wegen Beleidigung und Diskriminierung verurteilt, und ist in seinen Aussagen dem rechten politischen Lager zuzuordnen. Dennoch bestreitet er, dass es sich bei der Quenelle um ein diffamierendes, antisemitisches Symbol handele, sondern er damit allgemein seinen Protest gegen das bestehende politische System zum Ausdruck bringe. Für Stürme der Entrüstung hatte die Geste erneut gesorgt als ein Freund Dieudonnés, der Fußballspieler Nicolas Anelka, die Quenelle nach einem Tor während eines Spieles in Großbritannien letzte Woche gezeigt hatte.
  • Update: Der französische Innenminister Manuel Valls hat die Auftritte des Komikers in Nantes mit seinem aktuellen Programm „Die Mauer“ untersagt. Verbote für Tours und Paris folgten. Dieudonné kündigte an, trotzdem auftreten zu wollen, wenn auch mit anderem Programm.

 

  • In Indonesien hat das Parlament bereits 2006 ein Gesetz erlassen, wonach auf allen Pässen die Religion des Passinhabers angegeben werden muss. Nach Protesten und Diskussionen wurde nun ein Zusatz durchgesetzt, der die Notwendigkeit dieser Information auf dem Pass unterstreicht. Die Jakarta Post berichtet, dass es auf der Internetseite des Ministeriums für religiöse Angelegenheiten hieße, diese Information diene dem Schutz des Bürgers, z. B. vor laut islamischem Recht verbotenen Ehen. Aktivisten sehen darin jedoch ausschließlich ein Mittel zur Diskriminierung von Minderheiten, da in Indonesien lediglich Islam, Konfuzianismus, Buddhismus, Hinduismus sowie Katholizismus und Protestantismus als Religionen anerkannt sind.
  • Das Verfahren gegen den Limburger Bischof Tebartz-van Elst wurde von der Hamburger Staatsanwaltschaft eingestellt, nachdem die Auflage von 20.000 Euro bezahlt wurde. Damit sind die Ermittlungen von weltlicher Seite eingestellt, doch die von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Untersuchungs-kommission wird ihre Ergebnisse voraussichtlich noch im Januar vorlegen. Erst mit deren Aussagen wird über die Zukunft Tebartz-van Elsts in der Kirche entschieden. Es ist aufgrund der Medienwirksamkeit dieses Skandals jedoch unwahrscheinlich, dass Tebartz-van Elst in sein Amt zurückkehren kann.
  • Die am schnellsten wachsende Religion Irlands ist der Islam. Hochrechnungen des Central Statistics Office  zufolge soll er bis zum Jahr 2043 den größten Anteil unter den gläubigen Iren ausmachen. Dieses Jahr beginnt auch der Bau am Clongriffin Zentrum, welches die größte Moschee Irlands werden soll und im Norden Dublins entsteht. Im Wachstum an zweiter Stelle folgt dem Islam übrigens nicht etwa der Katholizismus, sondern das orthodoxe Christentum (größtenteils durch Einwanderer aus den ehemaligen Sovjet-Staaten).
  • Bei einer Massenpanik vor einer Moschee in China starben 14 Menschen, 10 weitere wurden teils schwer verletzt. Die Gläubigen hatten sich versammelt um einem kürzlich verstorbenen religiösen Oberhaupt zu gedenken und es wurde dazu traditionell Essen ausgegeben. Wie es zu der Massenpanik kam, war zunächst noch unbekannt. Die Moschee in Xiji (in Zentralchina gelegen und rund 320 km von Xian entfernt) wird hauptsächlich von der ethnischen Minderheit der Hui besucht, die sich größtenteils zum Islam bekennen.
  • Aus einem Stupa in Oudong, Kambodscha, wurde eine goldene Urne gestohlen, welche Asche des Buddha enthalten soll. Sie war ein Geschenk von Sri Lanka, welches 1975 anlässlich des 2500-jährigen Geburtstages des Buddha überreicht wurde. 2002 wurde die Urne von der Hauptstadt Phnom Penh nach Oudong, die ehemalige Hauptstadt Kambodschas, überführt. Dieser Diebstahl heizte die gereizte Stimmung im Land zusätzlich an und buddhistische Mönche schlossen sich den Protesten an.

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