Jahresrückblick 2013: August – Erste kirchliche Trauung eines homosexuellen Paares in Deutschland

Nicht zum ersten Mal hat Hessen 2013 eine Vorreiterrolle eingenommen: Nachdem im Juni die erste muslimische Religionsgemeinschaft als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt wurde, fand im August die erste kirchliche Trauung eines homosexuellen Paares statt.

Zwar ist die Zeremonie rein formell bei gleichgeschlechtlichen Paaren eine andere als bei heterosexuellen Paaren – in der Durchführung orientiert sie sich in Hessen so nah an der Trauung wie nur möglich. Doch auch dem sind von kirchlicher Seite Grenzen gesetzt. So heißt es in einem Leitfaden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zum Thema: Es sei “kein Konsens darüber herzustellen, dass die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften biblisch und theologisch begründbar ist.” (S. 58, Abschnitt 260)

Trotzdem trifft das Vorgehen in Hessen in anderen evangelischen Landeskirchen nicht unbedingt auf Nachahmer. Zwar hat ein Großteil der Landeskirchen sich nicht nur für eine Segnung homosexueller Paare ausgesprochen, sondern tun dies auch in Form öffentlicher Segnungsgottesdienste, doch der Unterschied zur klassischen Trauung solle gewahrt bleiben. In zwei Landeskirchen wurde eine Segnung abgelehnt: zum einen – wenig überraschend – in Bayern, zum anderen – überraschenderweise – in Sachsen. Eine Aufschlüsselung darüber, welche Kirche Segnungen abgelehnt oder zugelassen hat oder wo noch darüber beraten wird, findet ihr hier auf der Seite der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.

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