Jahresrückblick 2013: September – Kinder der „Zwölf Stämme“ Jugendamt überstellt

28 Kinder werden im September auf Entscheidung des Jugendamtes von ihren Eltern getrennt. Grund hierfür sind Hinweise auf Misshandlung der Kinder durch die Eltern, die der Religionsgemeinschaft der „Zwölf Stämme“ angehören.

 Die Kinder wohnten auf einem Gutshof in der Nähe von Deiningen, im Westen Bayerns. Die Familien, die dort leben, gehören ausschließlich der Gemeinschaft der „Zwölf Stämme“ an. 100 Polizisten umstellten den Gutshof am Morgen des 05. Septembers und nehmen 40 Kinder im Alter zwischen sieben Monaten und 17 Jahren mit. Hintergrund war eine einstweilige Verfügung, die das Familiengericht angeordnet hatte.

Der Entscheidung des Gerichts liegt eine investigative Reportage des RTL-Journalisten Wolfram Kuhnigk zugrunde, wonach die Kinder körperlich gezüchtigt und seelisch misshandelt wurden. Bereits zuvor hatte es Hinweise auf körperliche Züchtigung gegeben, doch diesmal seien die Beweise aufgrund der Videos belastbar. Aus diesem Grund wurden die Kinder dem Jugendamt unterstellt und werden bis zur Hauptverhandlung der Vorwürfe in Pflegefamilien und in Pflegeeinrichtungen untergebracht.

Für Aufsehen sorgten zwei der Mädchen als sie im November aus ihren Pflegefamilien verschwanden. Sie wurden einige Tage später aufgefunden und hatten nach eigenen Angaben ihre Oma besucht. Alle Kinder haben Brief- oder Telefonkontakt zu ihren Eltern, zu stillende Babys sind mit ihren Müttern in Mutter-Kind-Einrichtungen untergebracht. Wann die Verhandlungen beginnen sollen, ist derzeit unbekannt.

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