Wochenrückblick 03/2014

 Ein Pastor, der in Gabun übers Wasser geht, die auffällige Anzahl von Muslimen auf der no-fly-list der USA, der sexy Kalender der orthodoxen Kirche und die Geburtsstunde einer neuen Religion, um nur ein paar Highlights zu nennen.

  • Zum ersten Mal hat ein US-Gericht zugunsten einer muslimischen Frau entschieden, welche die US-Regierung wegen ihres Namens auf der “no-fly-list” verklagt hatte. Rahinah Ibrahim wollte 2005 von San Francisco in ihr Heimatland Malaysia fliegen, als ihr am Flughafen mitgeteilt wurde, dass sie auf der “no-fly-list” stehe und somit das Land nicht verlassen dürfte. Die Klage reichte sie 2006 ein, um zu erfahren, warum sie auf diese Liste gesetzt wurde. Das Gericht hat ihr Recht gegeben, dass die zuständigen Behörden Ibrahim hätten darüber informieren müssen, dass sie auf der Liste stehe. Trotzdem wurde ihr der Grund nicht mitgeteilt und auch weitere Kläger in ähnlichen Fällen werden wohl nicht erfahren, warum sie auf der “no-fly-liste” stehen. Betroffene werden auch weiterhin nicht erfahren, ob ihr Name auf der Liste steht, es sei denn sie kaufen ein Flugticket und wollen das Land verlassen.
  • Eine Gruppe christlich orthodoxer Gläubiger hat sich zusammengetan, um einen ‘Orthodox Calendar‘ zusammenzustellen. Diesen kann man online erwerben. Soweit nicht ungewöhnlich. Doch die Motive sind nicht klassisch religiös. Sie stellen homosexuelle Männer dar in unterschiedlicher Kostümierung: vom rosa Tütü über Captain America bis zu religiöser Kleidung. Diese Kalender sind der erste organisierte Beitrag der Orthodoxen Kirche gegen Homophobie, die in Zusammenarbeit meherer Länder des ehemaligen Ostblocks entstand, wie die Sprecherin von Orthodox Calendar dem Religion News Service mitteilte.
  • Die aufgedeckten Missbrauchsskandale der katholischen Kirche zeigen finanzielle Folgen für amerikanische Diözesen. Aufgrund der Entschädigungszahlungen mussten bereits zehn Diözesen in den USA Insolvenz anmelden. Zuletzt war dies die Diözese von Stockton, die in den letzten 20 Jahren Entschädigungen in Höhe von 14 Millionen Dollar bezahlte.
  • Ein nigerianischer Pastor hatte während eines Gottesdienstes in der Hauptstadt Gabuns, Libreville, angekündigt ebenso wie Jesus ein Wunder vollbringen zu können. Ihm habe eine Erscheinung mitgeteilt, er könne über Wasser gehen, wenn er fest genug glaube. Er führte also die Gemeinde zum nahegelegenen Strand, um dieses Wunder zu vollführen. Er ertrank bei dem Versuch.
  • Unbekannte haben in der vergangenen Woche eine neue Religion ins Leben gerufen: Yeezianity. Sie beruht auf dem Rapper Kanye West, der auf seinem Album Yeezus daran erinnert, er sei Gott.
  • Nachdem die Missbrauchsskandale der katholischen Kirche für viel Wirbel gesorgt haben, wurde nun bekannt, dass bereits Papst Benedikt XVI. daraus Konsequenzen gezogen hat. In den Jahren 2011 und 2012 hat er insgesamt 374 Priester aufgrund bekannt gewordener Missbrauchsfälle aus ihren Ämtern entlassen.

Flattr this!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.