Wochenrückblick 04/2014

 Der Wochenrückblick beginnt und endet in einer Kirche, dazwischen geht es munter von Indien nach Südamerika und über Deutschland nach Israel.

  • In der Kathedrale von Sandomierz in Polen wird derzeit ein stark umstrittenees Gemälde ausgestellt. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert, trägt den Namen „Ritualmord“ und zeigt Juden, die christliche Kinder rituell töten. Dieses Gemälde von Charles de Prevot wurde nach Protesten sowohl von Katholiken als auch Juden seit 2006 verhüllt. Nun kann man es wieder betrachten, allerdings mit einem Hinweis, dass „Ritualmord“ die Geschichte verfälscht, da Morde dieser Art nie stattgefunden haben.
    Update: Trotzdem glauben noch ca. 18% der Polen, dass Juden verantwortlich sind für den Tod von Jesus.
  • Das Verbot in Malaysia, als Nicht-Muslim das Wort ‚Allah‘ zu benutzen, wird auch vom malaiischen König unterstützt. Sultan Abdul Halim Mu’adzam sagte bei einer Rede, dass der Islam als Staatsreligion respektiert werden solle und das Verbot damit gerechtfertigt sei. Auch wenn der König nur wenige Regierungsvollmachten besitzt, wird er als Schützer des Islams in Malaysia betrachtet. Grund für die Auseinandersetzung um islamische Worte war die Ausnahmregelung für eine christliche Zeitschrift die Benutzung des Wortes ‚Allah‘ auf malaiisch zuzulassen. Diese Erlaubnis wurde bald darauf wieder zurückgezogen und hat damit eine Welle von Protesten losgetreten.
  • Das geistliche Oberhaupt der Gemeinschaft der Dawoodi Bohra in Indien Syedna Mohammed Burhanuddin ist am 17.01. im Alter von 102 Jahren verstorben. Er hatte das Amt 1965 von seinem Vater übernommen und hat die Bohra-Gemeinde seitdem erfolgreich geleitet. Syedna Mohammed Burhanuddin wurden in seinem Leben zalhreiche Ehrendoktortitel und zivile Titel verliehen. Nachfolger wird sein 70-jähriger Sohn Syedna Mufaddal Saifuddin. Die Dawoodi Bohras sind eine Untergruppierung der Bohras, welche wiederum den Siebener-Schiiten (Ismailiten) zuzuordnen sind.
Christo Redentor

Christo Redentor – Christus der Erlöser (Foto von Jcsalmon via Wikimedia Commons, unter CC-BY-SA 3.0 Lizenz)

  • Bei einem Unwetter im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro gab es über 40.000 Blitze – einer davon schlug in den „Christo Redentor“ ein. Der riesigen Christus-Statue aus Speckstein, die zum Wahrzeichen der Stadt Rio de Janeiro wurde, schlug der Blitzeinschlag einen Teil des Fingers ab.  Im Jahr schlagen nach Aussage des Geistlichen, der für die Statue verantwortlich ist, drei bis fünf Blitze in die Statue ein, dabei werden auch immer mal wieder kleiner Stücke abgeschlagen.

 

 

  • In Würzburg haben die Narren die Kirche erobert. Mit dem Pfarrer zogen zum Gottesdienst auch die Prinzenpaare, Gardemädchen und der Fanfarenzug der Würzburger Karnevalsvereine ein. So stand auch der Gottesdienst im Zeichen der Narrenzeit und die Plätze waren bereits vor Beginn gut gefüllt. Pfarrer Eschenbacher hatte seine Kirche bereits mehrfach für die Karnevalsvereine geöffnet.
  • In Westbengalen, Indien wurde eine junge Frau von 10 bis 12 Männern vergewaltigt, weil ihr Freund einer anderen Religion angehört. Nachdem die Beziehung bekannt geworden war, wurde das Paar im Dorf jeweils an einen Stamm gebunden. Der Dorfvorsteher erließ eine Strafe über 25.000 Rupien. Als die Familie der Frau sagte, sie könne die Strafe nicht zahlen, ordnete der Dorfvorsteher die Vergewaltigung an. Obwohl es ihr verboten wurde, wandte sich die Frau danach an die Polizei. Derzeit befindet sie sich im Krankenhaus in ärztlicher Behandlung. Die Polizei verhaftete 13 Männer, darunt vermutlich auch der Freund der jungen Frau.
  • Das Pentagon hat die Standards für Uniform und Haarpflege in der US-Armee gelockert. Insbesondere von Seiten gläubiger Sikhs wurden diese Neuerungen willkommen geheißen, da es ihnen die Möglichkeit gibt gemäß religiöser Vorschriften einen Bart und Turban zu tragen. Bedauerlich sei nur, dass diese neuen Standards nicht garantiert seien und damit bei jeder Versetzung neu ausgehandelt werden müssten.
  • In Israel haben Archäologen Überreste einer byzantinischen Kirche freigelegt. Sie stammt vermutlich aus dem 5. Jahrhundert und weist gut erhaltene Mosaiken auf, die Tiere und Pflanzen sowie geometrische Formen, aber auch Maria und Josef darstellen.

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