Wochenrückblick 09/2014

 Welche Rolle heilige Kühe im Wahlkampf spielen, warum YouTube trotz Meinungsfreiheit „Die Unschuld der Muslime“ vom Server nehmen muss und welche die zweitälteste Kirche Deutschlands ist, erfahrt ihr hier.

  • Nachdem die Kommission, welche mit der Überprüfung der finanziellen Hintergründe des Limburger Bistums beauftragt wurde, ihre Arbeit abgeschlossen hat,  wurde der Abschlussbericht dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, vorgelegt. Dieser will sich zunächst mit dem Vatikan über das weitere Vorgehen abstimmen, ein Ergebnis sei für die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (10. bis 13. März in Münster) angestrebt.
  • Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner hat beim Papst um seinen Rücktritt gebeten, den dieser ihm in der letzten Woche gewährte. Der 80-jährige Meisner gab sein Alter als Grund für seinen Amtsverzicht an. Der Kardinal hatte fast 40 Jahre das Bischofsamt inne, davon 25 Jahre in Köln. Er war prominentester Vertreter einer konservativen Kirchenpolitik in Deutschland. Nach seinem Rücktritt wird das Domkapitel einen Diözesanadministrator wählen, welcher die Amtsgeschäfte leiten wird bis ein Nachfolger gewählt ist.
  • Die Johanniskirche in Mainz (auch „Alter Dom“ genannt) ist ein von außen unscheinbares Gebäude. Und doch förderte es jetzt spektakuläre Fakten zu Tage. Das älteste Mauerwerk der Kirche stammt aus frühkarolingischer Zeit und ist somit das zweitälteste Kirchengebäude in Deutschland. Übertroffen wird sie nur vom Trierer Dom, welcher etwa 400 Jahre älter ist.
  • Ein US-amerikanisches Gericht hat Google angewiesen, den Film „Die Unschuld der Muslime“ von seiner Videoplattform YouTube zu entfernen. Grund war die Klage einer Schauspielerin, die angab, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen an dem Film teilgenommen zu haben. Es habe sich um einen Film mit dem Arbeitstitel „Wüstenkrieger“ gehandelt und erst nach Veröffentlichung des Trailers habe sie festgestellt, dass es sich um einen Film über das Leben Muhammads handele. Auch seien einige ihrer Sprechsequenzen im Nachhinein neu synchronisiert worden. Da die Frau nach der Veröffentlichung des Films auch Todesdrohungen erhalten hatte, sah das Gericht eine Gefährdung als erwiesen an, wenn der Film weiter online bleibe.
  • Heilige Kuh in Indien
    Heilige Kuh auf den Straßen Delhis (via Wikimedia Commons, by John Hill, unter CC-BY-SA-3.0 Lizenz)

    Vor den Wahlen in Indien im Frühjahr erhitzt ein Wahlkampfthema besonders die Gemüter: die Kuh. Die Hindu-Partei BJP (Bharatiya Janata Party) plant die Einrichtung eines Kuh-Ministeriums im Bundesstaat Rajasthan. Damit nicht genug, soll es in Zukunft eine Universität geben, die sich mit allen Aspekten der Kuh beschäftigt. Auch sollen Unterstände für herrenlose Kühe gebaut werden und die Polizei stärker gegen Kuh- und Rindfleischhandel vorgehen. Damit erhofft sich die BJP einen Wahlkampfvorteil gegenüber der AAP (Aam Aadmi Party), die sich den Kampf gegen die Korruption auf die Fahnen geschrieben hat.

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