Wochenrückblick 17/18:2014

Vier Päpste und zwei Heiligsprechungen – klar, dass die in den Wochenrückblick gehören. Doch es gibt auch über 100 (!) verschleppte Mädchen, das neue Integrationsbarometer und die Bitte eines katholischen Pfarrers um Befreiung vom Zölibat.

  • Laut dem Jahresbericht des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration ist eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung für eine Gleichstellung des Islams mit anderen Religionsgemeinschaften und ebenfalls für islamischen Religionsunterricht an deutschen Schulen. Deutlich negativer schätzen die über 5500 Befragten Kopftuch tragende Lehrerinnen ein und Sonderwünsche bei Schwimm- und Sportunterricht ein. Der Stiftungsrat, welcher aus acht Stiftungen (u. a. die Volkswagen- und Mercator-Stiftung) zusammengesetzt ist,  legt jährlich einen Bericht vor, in dem eine Bilanz der Integrationspolitik zieht und Handlungsempfehlungen für die deutsche Politik gibt. Seit drei Jahren umfasst der Bericht auch ein Integrationsbarometer, für welches sowohl Menschen mit als auch ohne Integrationshintergrund befragt werden. Der vollständige Bericht findet sich hier.
  • Im März starben im US-Bundesstaat Kansas bei Angriffen auf jüdische Einrichtungen insgesamt drei Menschen. Der 73-jährige mutmaßliche Täter wurde nun festgenommen. Er ist für seine antisemitischen und rassistischen Handlungen bereits bekannt und vorbestraft. Er gründete einen regionalen Zweig des Ku-Klux-Klans in North-Carolina, wurde allerdings auch schon bei einer Verhaftung mit einem schwarzen Prostituierten in delikater Situation gefunden.
  • Am 1. Juli wird im US-Bundesstaat Mississippi der Religious Freedom Restoration Act in Kraft treten. Dieser ermöglicht es z. B. Dienstleistern Leistungen aufgrund ihrer religiösen Überzeugung zu verweigern, wie es christliche Fotografen bereits für gegenüber einem homosexuellen Paar getan haben. Gegen diese Haltung wurde nun eine Sticker-Kampagne gestartet: Jeder Ladenbesitzer, dem Homosexuelle ebenso willkommen sind wie jeder andere Kunde auch, kann einen blauen Aufkleber an seinem Schaufenster anbringen mit der Aufschrift: „We don’t discriminate. If you’re buying, we’re selling.“
  • Im US-Militär ist es den Soldaten jetzt gestattet, bei der Angabe ihrer religiösen Überzeugung „humanistisch“ anzugeben. Dies eröffnet neben Islam, Hinduismus, Christentum, Judentum, Wicca u. a. nun eine weitere Antwort bei der Religionsfrage.
  • In Nigeria wurden über 100 Schülerinnen von Anhängern der Boko Haram entführt. Die Mädchen – die Angaben schwanken zwischen 130 und 230 – wurden nach der Schule entführt und sollen vermutlich zwangsverheiratet werden. Die christlichen Familien der Mädchen aus dem Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias haben zu Gebeten und einem dreitägigen Fasten aufgerufen.
  • Am letzten März-Wochenende strömten Tausende Menschen auf den Petersplatz in Rom, um der Heiligsprechung zweier Päpste beizuwohnen: Johannes XXIII. und Johannes Paul II. Das letzte Mal wurde ein Papst vor 50 Jahren heilig gesprochen und diesmal sind es gleich zwei, die noch dazu relativ kurz nach ihrem Ableben diese Ehre zuteil wird. Bei der Zeremonie – ebenfalls noch nie dagewesen – waren zudem zwei Päpste anwesend: Neben Franziskus nahm auch der emeritierte Papst Benedikt XVI. teil.
  • In einem offenen Brief hat ein katholischer Pfarrer aus Oberfranken, Bayern, Papst Franziskus um seine Entbindung vom Zölibat gebeten. Der 53-jährige Stefan Hartmann hat diesen Weg gewählt, da er keinen Laisierungsantrag stellen möchte, welcher ihn aus dem Dienst der Kirche entlassen würde. Er fühle sich berufen zum Pfarrer und Seelsorger, sei sich jedoch auch seiner Schwächen und Fehler bewusst. Hartmann hat eine Tochter zu der er sich erstmals öffentlich in der SWR-Talkrunde „Nachtcafé“ bekannte.

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