Wochenrückblick 23/24:2014

 Wann christliche Geistliche nicht mehr im Dienst sind, warum in Großbritannien ‚dawn raids‘ notwendig sind, wie man auch als Nicht-Muslim nach Mecca kommt und wo es den ersten weiblichen Bischof gibt.

  • Der Delaware Supreme Court mit Sitz in Trenton, im US-Bundesstaat New Jersey hat bei einer gerichtlichen Anhörung die Argumentation des Anwalts des Angeklagten akzeptiert, dass dieser während der Tat nicht im Dienst war und daher für die Tat nicht belangt werden könne. Konkret war der Angeklagte Reverend Terence McAlinden, der sich für die sexuelle Belästigung des zur Tatzeit Minderjährigen Chris Naples verantworten sollte. McAlindens Anwalt argumentierte, dass sein Mandant an den Ausflügen, während derer er Naples belästigte, nicht in seiner Funktion als Geistlicher begleitete und somit nicht im Dienst war. Auf die Nachfrage, woran denn sichtbar werde, dass ein Priester nicht im Dienst sei, antwortete der Anwalt, dass dies beispielsweise beim Belästigen eines Jungen der Fall sei, da es nicht der Arbeit einer Diözese entspreche.
  • Um sowohl Muslimen als auch nicht-Muslimen heilige Stätten des Islams näher zu bringen, hat der Software-Ingenieur Bilal Chbib eine App entwickelt, mit der man die islamische Pilgerfahrt nachvollziehen kann. Da es nicht-Muslimen nicht erlaubt ist, die heiligen Stätten in Mekka zu betreten, bietet „Mecca 3D“ eine zur Zeit noch einzigartige Möglichkeit.
  • In der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur wurde am ersten Juni-Wochenende durch das Selangor Islamic Religious Department eine Hindu-Hochzeit gestürmt. Grund für den Aufruhr war die Vermutung, dass es sich bei der Braut um eine Muslimin handele, die zu der Heirat mit einem Hindu gezwungen werden sollte. Die Braut, Zarena Abdul Majid, gab an, dass sie freiwillig heirate und zwar laut Pass als Muslima gemeldet sei, aber von Kind auf hinduistisch erzogen wurde. Das Missverständnis sei zustande gekommen, da ihr Vater zum Islam konvertiert sei und daraufhin seine gesamte Familie als muslimisch registrieren ließ. Eine Änderung der Angabe der Religionszugehörigkeit sei in diesem Fall nur mit der Unterschrift des Vaters möglich. Dieser wird seit 24 Jahren vermisst.
  • Drei Schüler einer jüdischen Religionsschule wurden in Israel entführt. Die Teenager sind zwischen 16 und 19 Jahren alt und verschwanden auf dem Rückweg von einem Religionsseminar. Am Samstag teilte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit, dass es sich beim Verschwinden der drei Jungen um eine Entführung handele, mutmaßlich durch eine Terrororganisation. Inzwischen wurden nach israelischen Angaben 80 Palästinenser verhaftet, darunter wohl viele Mitglieder der Hamas. Hintergrund der Tat soll die Absicht sein, die Schüler gegen palästinensische Häftlinge auszutauschen.
  • In der westirischen Stadt Tuam wurde ein Massengrab mit fast 800 Skeletten von Kindern entdeckt. Der Fund steht in Zusammenhang mit dem nahen „St-Marien-Heim für Mütter und Babys“ der unverheirateten Schwangeren bis in die 60er Jahre hinein eine Zuflucht bot. Betrieben von Nonnen des „Bon Secour“-Ordens, fanden dort Frauen Aufnahme, die aufgrund ihrer ‚unmoralischen‘ Umstände aus der Gesellschaft verstoßen wurden. Seit Jahrzehnten halten sich in der Gegend um Tuam hartnäckig Gerüchte um Misshandlungen und Vernachlässigungen. Die gefundenen Skelette in einem Wassertank sprechen dafür, dass die Kinder tatsächlich vernachlässigt wurden, da als Todesursachen Unterernährung und behandelbare Krankheiten ausgemacht wurden.
  • Schweden hat seine erste weibliche Erzbischöfin. Antje Jackelén, nun ehemalige Bischöfin von Lund in Südschweden, ist in ihren Einstellungen sehr liberal, was ihr viel Zuspruch aber auch immer wieder Anfeindungen einbringt. Die Weihe fand traditionell im Dom von Uppsala statt, in Anwesenheit von Vertretern der königlichen Familie. Auch wenn die Evangelische Kirche Schwedens seit 2000 keine Staatskirche mehr ist und somit die Bischöfe nicht mehr von der Krone ernannt werden, sind bei der Weihe nach wie vor der König und die Königin anwesend.

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