Wochenrückblick 25:2014

Nonnen im Streit mit einem Strip-Club, Gebete der Church of England pünktlich zur Fußballweltmeisterschaft und ein Nudelsieb tragender Waffenbesitzer zählen zu den Skurrilitäten diese Woche. Daneben gibt es aber auch ganz ernst gemeinte Meldungen aus Sri Lanka und Deutschland.

  •  Die Nonnen eines Konvents in Chicago haben einen benachbarten Strip-Club verklagt. Die laute Musik störe die Nonnen beim Gebet und seien durch den Club vermehrt öffentlicher Ruhestörung, Trunkenheit und Müll ausgesetzt. Der Anwalt der Klägerinnen argumentiert, dass der Club die in Chicago geltenden Regelungen einer Entfernung von ca. 300 Metern zwischen religiösen Einrichtungen und solchen wie Strip-Clubs verletze. Die Gegenseite argumentiert, dass keine Polizeiberichte vorliegen, um die Beschwerden zu untermauern und die vorgegebene Entfernung eingehalten wurde.
  • Die Church of England hat in Gestalt von Nick Baines, seines Zeichens Bischof von Leeds, fünf Gebete veröffentlicht, die speziell auf die Fußballweltmeisterschaft zugeschnitten sind. Die Gebete haben verschiedene Ausrichtungen: zur Unterstützung der englischen Mannschaft (für diese WM kommen die Gebete leider schon zu spät), für das Gastgeberland Brasilien, aber auch für die an Fußball Uninteressierten. Der Bischof hatte bereits zur WM in Südafrika diese humorvoll gemeinten Gebete veröffentlicht und sie für die laufende Weltmeisterschaft aktualisiert.
  • Um gegen die Angriffe buddhistischer Hardliner auf Muslime zu protestieren, haben muslimische Händler in Sri Lankas Hauptstadt Colombo für einen Tag geschlossen. Damit verleihen sie auch ihrer Unzufriedenheit mit dem Polizeiarbeit Ausdruck, die ihnen nicht nachdrücklich genug vorgehen gegen die Täter, die – vermutlich angestachelt durch Bodu Bala Sena (auch Buddhist Power Force) – Häuser plünderten und niederbrannten. Dabei wurden drei Menschen getötet, über 50 wurden verletzt. Watareka Vijitha Thero, ein buddhistischer Mönch, der sich seit langem kritisch über Bodu Bala Sena äußert, wurde entführt und gefesselt und nackt am Straßenrand wieder aufgefunden. Er erholt sich im Krankenhaus, wo seine Verletzungen, die er sich durch Prügel und Schnitte zugezogen hatte, behandelt werden. Auch für diese Tat zeichnen sich buddhistische Hardliner verantwortlich.
  • In Adelaide, Australien, hat die Polizei die Waffen eines bekennenden Pastafari konfisziert. Grund hierfür war das Foto des Mannes auf seinem Waffenschein – dort trug er ein Nudelsieb auf dem Kopf. Er begründet die ungewöhnliche Kopfbedeckung mit seiner Zugehörigkeit zur Kirche des fliegenden Spaghettimonsters. Nach einer psychologischen Untersuchung wurde ihm sein Waffenschein wieder ausgestellt, diesmal jedoch mit einem Foto ohne Nudelsieb.
  • Das Kloster Corvey in Höxter, Nordrhein-Westfalen, stand seit 1999 auf der Warteliste und hat es nun geschafft: es ist neues UNESCO-Weltkulturerbe. Gewürdigt wurde vor allem die karolingische Architektur, die in dieser Form heute nirgends sonst erhalten ist.

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