Wochenrückblick 27:2014

 Der Tod dreier israelischer Schüler, ein Gerichtsurteil zum Zwarte Piet, die Anerkennung der Internationalen Vereinigung der Exorzisten, das sufische Logo Roberto Cavallis und das Kopftuch am türkischen Verfassungsgericht.

  • In der Nähe von Hebron, Israel, wurden die Leichen der drei jungen Männer, die im vergangenen Monat verschwunden waren, gefunden. Der Fundort liegt nur wenige Kilometer entfert von ihrem letzten bekannten Aufenthaltsort. Vermutlich als Reaktion auf die Entführung und Tötung der drei Religionsschüler wurde in der vergangenen Woche ein junger Palästinenser entführt und ebenfalls getötet. Laut Aussage von palästinensischer Seite wurde der 16-Jährige bei lebendigem Leib verbrannt. Bei den Tätern soll es sich um jüdische Extremisten handeln.
  • Die Internationale Vereinigung der Exorzisten, die 1990 vom italienischen Exorzisten Gabriele Amorth gegründet wurde, wurde in der vergangenen Woche offiziell vom Vatikan anerkannt. Dies bedeutet, dass sie nun als „private[r] Verein[…] von Gläubigen“ (laut FAZ) Rechtsstatus genießen, da ihre Vorschriften und Regeln vom Vatikan gebilligt werden.
  • Vom Sufisymbol zum Modelabel

    Vom Sufisymbol zum Modelabel (Quelle: Khatuni via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0)

    Das italienische Luxus-Modelabel Roberto Cavalli hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach das Logo der Parfüm-Linie Just Cavalli eine um 90° gedrehte Darstellung eines sufischen Symbols sei. Die MTO Shahmaghsoudi Schule führt die Bedeutung des Symbols auf Ali, den Schwiegersohn des Propheten Muhammad, sowie auf Allah zurück. Der Fall wurde dem Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt, einer Behörde der EU, vorgelegt und diese entschied, dass keine Verwechslungsgefahr der beiden Symbole vorliegt. Bereits 2004 hatte Cavalli für Proteste gesorgt, als hinduistische Gottheiten auf Bikinis und Unterwäsche gedruckt waren.

  • Das türkische Verfassungsgericht ist üblicherweise ein Verfechter des islamischen Kopftuches als anti-säkulares Symbol, doch überraschte es im Fall einer Anwältin, die mit Kopftuch den Gerichtssaal betrat und daraufhin des Saals verwiesen wurde. Das Gericht bestimmte, dass das Recht der Anwältin auf Religionsfreiheit beschnitten wurde und das Kopftuch stelle keine Bedrohung für die säkulare Gesellschaft dar.

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