Wochenrückblick 29:2014

 Gewalt im Gazastreifen führt zu Straßenschlacht in Frankreich * Vergnügungssteuer für Tantra-Massagen * Bistum Limburg legt Finanzen offen * erste katholische Transgender-Nonne * Basketball spielen ohne Turban * Selbstverbrennung in Texas * weibliche Bischöfe in der Church of England

  • Als Reaktion auf das Vorgehen Israels im Gazastreifen gab es in Sarcelles, einem Vorort von Paris, gewalttätige Ausschreitungen zwischen Teilnehmern einer (nicht genehmigten) pro-palästinensischen Demonstration und Angehörigen der „Ligue de la défense juive“ (LDJ), dem französischen Zweig der amerikanischen „Jewish Defense League“. Die beiden Parteien lieferten sich eine Straßenschlacht vor der Synagoge des Viertels, nachdem die Demonstranten bereits vorher randalierend durch die Straßen gezogen waren und dabei Läden zerstörten oder sogar in Brand steckten.
  • Die Stadtverwaltung Stuttgart hat von einer 56-jährigen Betreiberin eines Tantra-Studios Vergnügungssteuer, wie sie in dieser Form sonst nur bei Prostitution erhoben wird, gefordert. Die Betreiberin Monika Koch wehrte sich gegen diese Forderung und zog vor Gericht. Die Richter des obersten Verwaltungsgerichts Baden-Württembergs entschieden, ebenso wie zuvor das Stuttgarter Verwaltungsgericht, zugunsten der Stadt Stuttgart und untermauerte seine Argumentation, dass Tantra-Massagen den Intimbereich mit einbezögen und die Möglichkeit zu sexuellem Vergnügungen eingeräumt werde.
  • Um im Finanzskandal um Tebartz-van Elst‘ verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen hat das Bistum Limburg seine Finanzen offengelegt. Wolfgang Rösch, der ständige Vertreter des Apostolischen Administrators Manfred Grothe, sieht die finanzielle Transparenz als Grundlage für neues Vertrauen. Die Einnahmen aus der Kirchensteuer, die Ausgaben für Geistliche, Beamte und Angestellte sowie das angelegte Vermögen sind auf der Seite www.finanzen.bistumlimburg.de abrufbar.
  • Bereits im vergangenen Jahr ist die 35-jährige Britin Tia Michelle Pesando als Ordensschwester der Karmelitinnen geweiht worden. Bemerkenswert ist dies, weil Pesando sich als transgender und Hermaphroditen bezeichnet. Sie hat das Buch „Why God Doesn’t Hate You“ verfasst, dass sich an LGBT-Leser wendet, die dem katholischen Glauben anhängen. Ihr Ziel ist es nun, katholische Nonne zu werden. Sie wäre dann die erste Transgender-Nonne in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche und Pesando ist bereit, durch alle Instanzen für ihren Wunsch zu kämpfen und wenn nötig auch den Papst anzurufen.
  • Vor einem Basketballspiel im Asia Cup gegen Japan wurde zwei indischen Basketballspielern das Spielen von der International Basketball Federation (FIBA) nur unter der Bedingung erlaubt, sie entfernen ihre Turbane. Die beiden Spieler kamen der Aufforderung nach, äußerten sich jedoch irritiert, dass diese Anweisung direkt vor dem Spiel erfolgte. Im Zuge des Verbannens des Turbans vom Spielfeld wurde auch der Hijab für Spielerinnen untersagt.
  • Der pensionierte Methodisten-Pfarrer Charles Moore hat sich im Alter von 79 Jahren in seinem texanischen Heimatort auf öffentlicher Straße mit Benzin übergossen und angezündet. Er verstarb im Krankenhaus an seinen Verletzungen, hinterließ jedoch einen Brief in dem er die Gründe seiner Handlung darlegt: die Diskriminierung von LGBT und das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen durch die methodistische Kirche sind nur zwei Beispiele.
  • Die Generalsynode Church of England hat sich nach 20 Jahren Diskussion für die Weihe von Frauen zu Bischöfen ausgesprochen. Die Abstimmung in York wurde mit überragender Mehrheit von 351 Ja-Stimmen zu 72 Nein-Stimmen und 10 Enthaltungen entschieden. Bereits zum Ende dieses Jahres können weibliche Bischöfe ernannt werden.

Flattr this!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.