Wochenrückblick 31:2014

Größte Moschee Chinas in Kaxgar

Größte Moschee Chinas in Kaxgar (Quelle: Colegota via Wikimedia Commons, veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.5 Lizenz)

 Erste muslimische Hochzeit zwischen Lesben in Südafrika * Tod uigurischen Imams in China * Ausreise Meriam Ibrahims aus dem Sudan * Klage zur Ablehnung muslimischer Einbürgerungskandidaten * Eröffnung des “Tempels des Salomon” in Brasilien * Verbot der “Ligue de défense juive” * Lachverbot in der Türkei

  • In Südafrika gab es die wohl erste lesbische Hochzeit nach muslimischem Ritual. Die zwei aus dem Iran stammenden Schwedinnen, Maryam Iranfar und Sahar Moshle, wurden vom algerisch-französischen Imam Ludovic-Mohamed Zahed getraut, der selbst auch homosexuell ist und seit einigen Jahren mit seinem Mann verheiratet ist. Er betreibt in Paris seit zwei Jahren die erste “Inklusions-Moschee”, in der jedermann willkommen ist, unabhängig von Geschlecht und Sexualität.
  • Der Imam der größten Moschee Chinas, die Idkah-Moschee (oder auch Heytgah-Moschee) in Kaxgar im Autonomischen Gebiet der Uiguren Xinjiang wurde nach dem Morgengebet am vergangenen Mittwoch tot aufgefunden. Jume Tahir wurde von den Gläubigen nicht sonderlich geschätzt, da er von der Kommunistischen Partei eingesetzt war und deren Politik – auch in Hinblick auf die Restriktionen für die Uiguren – offen unterstützte. Die Polizei hat inzwischen zwei Verdächtige ausgemacht, die sich jedoch nach chinesischen Angaben der Verhaftung gewaltsam widersetzten und erschossen wurden.
  • Die Sudanesin Meriam Ibrahim, deren Todesurteil im Juni ausgesetzt worden war, flüchtete sich mit ihrer Familie in die amerikanische Botschaft, nachdem sie an der Ausreise aus dem Sudan gehindert wurden. Nach einem Zwischenstop im Vatikan, wo Ibrahim bei dieser Gelegenheit Papst Franziskus traf, ist die Familie inzwischen in den USA angelangt.
  • Fünf langjährige Bewohner der USA haben vor dem Bundesgericht Kaliforniens Klage eingereicht, dass das Department of Home Security, welches für die Einbürgerung verantwortlich ist, ihre Anträge absichtlich hinauszögert oder ablehnt, weil alle fünf Muslime sind oder aus Ländern kommen, in denen die Mehrheit der Bevölkerung Muslime sind. Alle Akten der Kläger wurden als mögliche Quelle für Bedenken der nationalen Sicherheit gekennzeichnet, doch alle Kläger gaben an, die einzigen Sicherheitsbedenken liege in ihren Herkunftsländern.
  • In São Paulo, Brasiliens größter Metropole, wurde in der vergangenen Woche auf gigantischen 70.000 Quadratmetern der “Tempel des Salomon” eingeweiht. Der Tempel wurde im Auftrag der evangelikalen Bewegung Universalkirche von Reich Gottes (span. Igreja Universal do Reino de Deus, kurz IURD) gebaut und ist ein Zeichen dafür, dass sich auch im noch immer mehrheitlich katholischen Brasilien mehr und mehr Menschen den Pfingstbewegungen zuwenden. Nach eigenen Angaben hat IURD in Brasilien acht Millionen Anhänger, Religionssoziologen gehen eher von zwei Millionen aus.
  • Am vergangenen Montag behauptete der stellvertretende Premierminister der Türkei, Bülent Arinc, dass lachende Frauen in der Öffentlichkeit unanständig seien und diese Fröhlichkeit die Moral des Landes untergrabe. Er frage sich, wo die keuschen Frauen seien, die leicht erröten, die Augen senken und den Kopf abwenden. Darauf reagierten Tausende Frauen mit Fotos lachender Frauen mit den Hashtags #Kahkaha und #DirenKahkaha.

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