Wochenrückblick 43:2014

Religiöser Dolch der Sikhs (Kirpan)

Religiöser Dolch der Sikhs (Kirpan).

Grundschüler wurde Dolch erlaubt * Anzeige gegen Kabarettist wegen Islamhetze * Boko Haram entführen wieder Mädchen * Neue Offensive in Kobani und eingekesselte Jesiden im Sindschar-Gebirge

 

  • Im US-Staat Washington sorgt der Beschluss einer Grundschule für Aufsehen: einem Sikh-Jungen wurde erlaubt, einen Dolch in der Schule bei sich zu tragen. Im Sikhismus ist jeder getaufte männliche Sikh dazu angehalten, einen Kirpan – ein Dolch oder Kurzschwert – bei sich zu tragen, um sich selbst zu verteidigen und seinen Glauben zu schützen. Der Dolch hat heute meist nur noch symbolische Bedeutung und wird unter der Kleidung getragen. Kritiker äußern Bedenken, da es in Washington eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Waffen gibt und sie Zwischenfälle fürchten. Die Ausnahmeregelung wurde bereits in mehreren Schulen angewandt und ist immer mit der Auflage verbunden, dass die Jungen den Dolch immer unter der Kleidung verborgen halten. Bisher kam es zu keinen Zwischenfällen.
  • Der deutsche Kabarettist Dieter Nuhr hat sich eine Anzeige wegen „Beschimpfung religiöser Gemeinschaften“ eingehandelt. Ein Muslim aus Osnabrück hatte gegen den Comedian Anzeige erstattet, weil dieser in seinem Programm gegen den Islam hetze, Koranzitate ohne Zusammenhang wiedergebe und so ein Zusammenleben mit Muslimen in Deutschland erschwere. Nuhr wies die Vorwürfe ein „Hassprediger“ zu sein, entschieden zurück.
  • In Nigeria wurden die von Boko Haram entführten Mädchen nicht wie im Waffenstillstand vorgesehen freigelassen. Darüber hinaus wurden wieder Dutzende Mädchen aus ihrer Schule im Bundesstaat Borno entführt, vermutlich von Boko Haram, die Angaben wurden von offizieller Seite jedoch noch nicht bestätigt. Auch in den Verhandlungen zwischen nigerianischer Regierung und Boko Haram gibt es keine Fortschritte.
  • Nach Informationen von kurdischer Seite hat Islamischer Staat (IS) in der umkämpften Grenzstadt Kobani im Norden Syriens eine neue Großoffensive gestartet. Sie soll den Korridor schließen über welchen die eingeschlossenen kurdischen Kämpfer mit Waffen und Verstärkung von türkischer Seite versorgt werden. Daneben verschärft sich auch die Situation im Sindschar-Gebirge wieder. Dort sollen sich etwa 10.000 meist kurdische Zivilisten befinden, die inzwischen von IS-Kämpfern eingekesselt wurden. Viele der Eingekesselten waren im August aus dem Gebirge geflüchtet und nun in ihre Heimat zurückgekehrt.

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