Wochenrückblick 45:2014

Lage Kirgistans in Asien

Lage Kirgistans in Asien

Kirgistan verschärft Religionsgesetzgebung * Null-Toleranz-Gesetz gegen Kindesheirat und Polygamie in Kanada * Neuer Salman Rushdie kommt aus Somalia * Fünf Monate Haft für antireligiöses Graffiti * Netanjahu gegen jüdische Gottesdienste auf dem Tempelberg * Aramäer eigene Ethnie in Israel * Ehepaar in Pakistan von Mob gelyncht

  • Kirgistan hat angekündigt, seine Religionsgesetzgebung weiter zu verschärfen. Nach den Plänen der kirgisischen State Commission for Religious Affairs (SCRA) sollen alle religiösen Organisation eine staatliche Vorregistrierung benötigen, für die eine Mitgliederstärke von 200 bis 500 als Mindestmaß festgelegt werden soll. Desweiteren sollen freiwillige Helfer in Religionsgemeinschaften jährlich eine staatliche Lizenz brauchen. Die bisher gültigen monetären Strafen für unauthorisierte Religionsaktivitäten sollen sich demnach mehr als verzehnfachen.
  • Der Gesetzesvorschlag des kanadischen Ministers Chris Alexander mit dem klingenden Namen „Zero Tolerance for Barbaric Cultural Practices Act“ sieht verschiedene Einschränkungen kultureller Praktiken vor, die insbesondere ein Heiratsmindestalter von 16 Jahren und ein Verbot der Polygamie vorsehen. Damit wäre es verboten in Kanada an einer Hochzeit zwischen Minderjährigen teilzunehmen und auch strafbar, wenn ein Kind mit der Absicht, es im Ausland zu verheiraten, außer Landes gebracht wird. Die vorgesehene Polygamieverbot beträfe sowohl Einwanderer, denen in diesem Fall die Einreise verwehrt würde, als auch Einwohner Kanadas, die deportiert werden könnten, wenn das Gesetz verabschiedet wird.
  • Inspiriert vom Fall der Sudanesin Meriam Yahya Ibrahim, die im Frühjahr dieses Jahres wegen Apostasie zunächst zum Tode verurteilt wurde (das Urteil wurde später aufgehoben), hat der Somalier Abdisaid Abdi Ismail ein Buch über die Apostasie im Islam geschrieben, dass in Kenia veröffentlicht wurde und seither weltweit unter den somalisch Sprechenden rege Verbreitung fand. „The Rule of Apostasy in Islam: Is it True?“ setzt sich nicht nur kritisch mit der Apostasie auseinander sondern fordert auch die Einrichtung säkularer Staaten. Damit erregte er viel Aufsehen und erhielt bereits zahlreiche Todesdrohungen, was ihm einen Vergleich mit Salman Rushdie einbrachte, der für seinen Roman „Die satanischen Verse“ von Ayatollah Khomeini mit einer Fatwa bedacht wurde, die zum Töten von Salman Rushdie aufrief.
  • Für das Graffiti, dass er mehrfach in der westtürkischen Stadt Eskisehir angebracht haben soll, wurde ein Universitätsstudent zu fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Auch wenn die Anwälte des Beschuldigten das Argument vorbrachten, dass die Graffiti lediglich mit „D.D.“ gekennzeichnet waren und damit die Identität des Verursachers nicht eindeutig geklärt werden könne, sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Beschuldigte das Graffiti anbrachte und mit dessen Inhalt, „Fuck your religion“ gegen religiöse Werte des Landes verstieß.
  • Die recht kleine Gruppe der Aramäer in Israel, sie umfasst etwa einige hundert Menschen, wurde vom Staat Israel als eigenständige Ethnie anerkannt. Damit können Aramäer ihre Eintragungen im Einwohnerregister von ‚Arabisch‘ auf die neu geschaffene Kategorie ‚Aramäisch‘ ändern lassen.
  • In Pakistan wurde ein junges christliches Paar von einer aufgebrachten Menge zunächst brutal geschlagen und anschließend bei lebendigem Leibe verbrannt. Shahzad Masih und seine Frau Shama hatten viele Einwohner einer Dorfes ca. 55 km entfernt von Lahore, gegen sich aufgebracht, da sie angeblich den heiligen Koran entweiht hatten. Die Polizei hatte versucht, den Mob zu stoppen, scheiterte jedoch an der schieren Überzahl der Menschen.

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