Wochenrückblick 46:2014

Schukria Baraksai im März 2011

Schukria Baraksai im März 2011

Selbstmordattentat auf Frauenrechtlerin in Afghanistan * Amerika von Muslimen entdeckt * Der Schwarze Peter bleibt in den Niederlanden umstritten * Houthi-Rebellen in Radaa * Frühe Koranhandschrift in Tübingen entdeckt * 10. Todestag Jassir Arafats von Gewalt überschattet

  • In der afghanischen Hauptstadt Kabul wurde auf die Frauenrechtlerin und Abgeordnete Schukria Baraksai ein Anschlag verübt. Der Selbstmordattentäter rammte den Wagen Baraksais und dann detonierte der Sprengstoff. Bei dem Anschlag wurden drei Passanten getötet und 22 Menschen verletzt, darunter auch Baraksai und ihr Fahrer. Seit Jahren erhält die Abgeordnete Morddrohungen, besonders von Seiten der Taliban, denn sie hatte bereits unter deren Herrschaft eine geheime Schule für Mädchen geführt und noch heute engagiert sie sich im Parlament für die Rechte von Frauen.

 

  • Bei einer Rede auf dem Gipfel muslimischer Führer Lateinamerikas in Istanbul hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan betont, dass die Verbindungen von Muslimen nach Amerika bereits ins 12. Jahrhundert u. Z. zurückreichen, da der Kontinent nicht durch Christopher Kolumbus sondern durch Muslime entdeckt wurde. Damit vertritt Erdogan die Meinung einer Minderheit unter muslimischen Gelehrten, die es für möglich halten, dass Muslime bereits lange vor Kolumbus nach Amerika gelangten. Begründet liegt diese These vor allem in Tagebuchaufzeichnungen Kolumbus’. Dieser beschreibt, was einerseits als Moschee auf Kuba interpretiert werden kann, andererseits aber auch lediglich eine Landschaftsform beschreiben könnte.

 

  • Am vergangenene Samstag fand die traditionelle Feier der Ankunft des Santerklaas (Nikolaus) in den Niederlanden statt. Dabei war es in der Stadt Gouda zu “kleinere[n] Remepleien” (FAZ) zwischen Befürwortern und Gegnern des Zwarte Piet gekommen. Bereits seit langem schwelt die Debatte um den Begleiter des Nikolaus, der als Schwarzer mit roten Lippen und AfroFrisur dargestellt wird. Besonders zur Zeit des Nikolaus im November treten die Dikussionen über rassistische Stereotype und Traditionswahrung wieder verstärkt auf.

 

 

  • In der Universitätsbibliothek Tübingen hat die Altersbestimmung eines Koranfragments Überraschendes zutage gefördert. Die in kufischer Schrift verfasste Handschrift ist nicht wie bisher angenommen aus dem 8. oder 9. Jahrhundert u. Z., sondern entstand wohl bereits im 7. Jahrhundert – etwa 20 oder 40 Jahre nach dem Tod Muhammads (632 u.Z.). Hier ist das Koranfragment online einsehbar: http://idb.ub.uni-tuebingen.de/diglit/MaVI165

 

  • Zum 10. Todestag des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat nehmen die Spannungen im Nahen Osten wieder vermehrt zu. Bei mehreren Messerangriffen wurden drei Israelis getötet und bei den Tätern soll es sich vermutlich um Palästinenser handeln. Bereits davor waren die israelischen Sicherheitskräfte in erhöhte Alarmbereitschaft gesetzt worden. Die Wahrscheinlichkeit, dass es entweder zu einer Militäraktion Israels oder einem Aufstand der Palästinenser kommt, steigt zunehmend.

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