Wochenrückblick 48:2014

Sultan-Ahmed-Moschee (Quelle: Dersaadet via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0 veröffentlicht)

Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul

Papstbesuch in der Türkei * Israelischer Zivilist von Palästinenserin niedergestochen * ISIS verbietet die Pille zur Empfängnisverhütung * Ukip verwechselt Kirche mit Moschee * Anschlag auf Moschee in Nigeria * Frankreich und Arabische Liga wollen Zwei-Staaten-Lösung mit UN-Resolution in zwei Jahren * Burka-Verbot in Deutschland?

  • Während seines dreitägigen Besuchs in der Türkei traf Papst Franziskus mit dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomäus I., zusammen. Gemeinsam sprachen sie sich für einen „konstruktiven Dialog“ mit Muslimen aus und forderten ein Ende der Verfolgung religiöser Minderheiten im Irak und Syrien sowie eine Intensivierung der Hilfe für Opfer des Islamischen Staats (IS). Der Papst nutzte den Besuch auch für ein Treffen mit dem Großmufti von Istanbul, Rahmi Yaran. Gemeinsam beteten sie in der Sultan-Ahmed-Moschee.

 

  • Nachdem eine Palästinenserin im Süden der West Bank einen israelischen Zivilisten niedergestochen hatte, wurde sie von israelischen Soldaten angeschossen. Die 23-Jährige verletzte den Israeli nur leicht, ihr ursprüngliches Ziel sei wohl ein israelischer Soldat gewesen. Sie selbst wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht, ihr Zustand sei nicht bekannt, wie Al-Jazeera berichtete. Jedoch wurde das Heim der Palästinenserin durchsucht und auch ihr Vater verhaftet.

 

  • Islamischer Staat (IS) hat im irakischen Mosul Abteilungen zur Familienplanung an öffentlichen Krankenhäusern geschlossen, um Frauen davon abzuhalten, empfängnisverhütende Mittel wie die Pille zu benutzen. Desweiteren sind die Mitarbeiter der Krankenhäuser angehalten, Verletzungen von IS-Kämpfern vorrangig zu behandeln. Ihre religiösen Überzeugungen macht IS wiederum deutlich indem sie weibliche Mitarbeiter zum Tragen des Niqab anhält und bei Verstößen auch Gewalt anwendet.

 

  • Kathedrale von Westminster (Quelle: Velela via Wikimedia Commons, gemeinfrei)

    Kathedrale von Westminster #ThingsThatAreNotMosques

    Der rechtspopulistischen UK Intependence Party (Ukip) ist auf Twitter ein peinlicher Fehler unterlaufen: Die BBC hatte zu einer Abstimmung über die Akzeptanz der Ukip in der Bevölkerung aufgerufen und über Twitter hatte die Ukip sarkastisch bemerkt, dass eine Moschee wohl der perfekte Ort für eine solche Umfrage sei. Nur leider handelte es sich beim Ort der Umfrage nicht um eine Moschee, sondern um die Westminster Kathedrale. Seither helfen freundliche Twitterer der Ukip dabei, Moscheen von anderen Gebäuden zu unterscheiden. #ThingsThatAreNotMosques

 

  • In der nigerianischen Stadt Kona sind nach lokalen Angaben bei einem Anschlag auf eine Moschee 120 Menschen gestorben. Diese Zahl könnte weiter steigen, da unter den mehr als 270 Verletzten viele in einem kritischen Zustand seien. Vermutlich wurde der Anschlag von Anhängern der Boko Haram durchgeführt und zielte auf das religiöse Oberhaupt der Stadt Kona, Muhammad Sanusi, der vor kurzem zum Widerstand gegen Boko Haram aufgerufen hatte. Sanusi genießt neben dem Sultan von Sokoto als religiöser Würdenträger höchstes Ansehen in Nigeria, hielt sich jedoch während des Anschlags Berichten zufolge im Ausland auf.

 

  • Frankreich hat angeregt, einen Zeitrahmen von zwei Jahren zu ziehen, um den Nahostkonflikt zu beenden und eine Zwei-Staaten-Lösung durchzusetzen. Dieser Zeitrahmen soll durch eine UN-Resolution abgesichert werden und den festgefahrenen Konflikt lösen. Frankreich kündigte weiterhin an, dass sich das Parlament bei einem Fehlschlag dieses Vorschlags gezwungen sehen würde, den palästinensischen Staat trotzdem anzuerkennen. Nachdem Schweden Palästina bereits anerkannte und im britischen als auch spanischen Parlament ähnliche Resolutionen verabschiedet wurden, erhöht sich zunehmend der Druck auf Israel. Die Arabische Liga hat sich abgestimmt, den Vorschlag dem UN-Sicherheitsausschuss vorzulegen, auch wenn die Gefahr besteht, dass Israels stärkster Verbündeter, die USA, ihr Veto gegen den Plan einlegen. Weiterhin mit dem Status quo zu leben, so Palästinenserpräsident Abbas, sei gefährlicher. Der Zwei-Jahres-Plan könnte dem Ausschuss bereits in den nächsten Tagen von Jordanien vorgelegt werden.

 

  • Die stellvertretende Vorsitzende der CDU, Julia Klöckner, hat sich für ein Verbot der Burka in der Öffentlichkeit ausgesprochen, denn eine Vollverschleierung repräsentiere ein abwertendes Frauenbild. Diesen Vorschlag hatte vor einiger Zeit bereits der Bundestagsabgeordnete Jens Spahn (CDU) gemacht. In Frankreich, Belgien und der Schweiz ist das Tragen der Burka in der Öffentlichkeit bereits verboten.

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