Wochenrückblick 51/52:2014

 Juden sollen keine wirklichen Schweden sein können * Deutscher Autor 10 Tage beim Islamischen Staat * Unterstützung für verängstigte Muslime in Australien * Fremdenfeindliche Schmierereien auf Moscheeneubau * Wieder Selbstverbrennungen in Tibet

  • Der stellvertretende Sprecher des schwedischen Reichstages, Björn Söder. (Quelle: Johan Fredriksson, via Wikimedia Commons unter CC-BY-SA 3.0 Lizenz)

    Der stellvertretende Sprecher des schwedischen Reichstages, Björn Söder.

    Der stellvertretende Sprecher des schwedischen Parlaments, Björn Söder, sagte in einem Interview, dass Juden keine wirklichen Schweden sein können. Sie könnten zwar in Schweden leben, aber wirkliche Schweden seien sie nur, wenn sie sich von ihrer Religion abwenden. Söder ist Mitglied und Sekretär der rechtsgerichteten Partei Sverigedemokraterna (SD), die sich auch gegen die Einwanderungspolitik Schwedens ausspricht. In diesem Interview erweiterte Söder seine Aussage auch auf ethnische Minderheiten wie Samen und Kurden. Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven bezeichnete die Äußerungen als “sehr, sehr erschreckend”.

 

  • Nachdem ein selbst ernannter muslimischer Kleriker in einem Café in Sydney für 16 Stunden 17 Geiseln nahm, haben viele Muslime in Australien Angst, Opfer islamophober Handlungen zu werden. Besonders häufig haben Frauen Angst in öffentlichen Verkehrsmitteln Hijab oder Kopftuch zu tragen. Daher startete die TV-Redakteurin Tessa Kum via Twitter die Aktion #illridewithyou, bei der Australier angeben, welche Verkehrsmittel sie wann nutzen, damit Muslime sich sicher fühlen können.

 

  • Der Moscheeneubau in Dormagen, im Rheingebiet zwischen Düsseldorf und Köln, wurde in der Nacht vom 20. auf den 21. Dezember mit fremdenfeindlichen Graffitis besprüht. An 40 bis 50 Stellen wurde der Rohbau mit Hakenkreuzen und Sprüchen wie “mit euch ins KZ” beschmiert. Der Staatsschutz ermittelt und die offiziellen Vertreter Dormagens zeigten sich entsetzt. Bereits am 21. Dezember versammelten sich etwa 150 Menschen, um an dem beschmierten Gebäude für Toleranz zu demonstrieren.

 

  • Jürgen Todenhöfer. (Quelle: Wikimedia Commons unter CC-BY-SA 2.0 Lizenz)

    Jürgen Todenhöfer.

    Der deutsche Autor Jürgen Todenhöfer hat 10 Tage mit Kämpfern und Befehlshabern des ‘Islamischen Staates’ verbracht. Möglich wurde dies mit einer Sondererlaubnis des IS, deren Echtheit zu Beginn seiner Reise noch nicht feststand. Er kehrte Anfang Dezember wohlbehalten mit seinem Sohn zurück, der ihn begleitet hatte. Über seine Website informiert Todenhöfer über seine Erlebnisse: http://juergentodenhoefer.de/

 

  • Im Dezember kam es in Tibet wieder vermehrt zu neuen Selbstverbrennungen. In einer Woche verbrannten sich drei Tibeter: am 16. Dezember Sangye Khar in der chinesischen Provinz Gansu, am 21. Dezember die 19-jährige Tseypey in Amdo und am 23. Dezember wählte der Mönch Kalsang Yeshe die Selbstverbrennung. Bereits im September hatten sich zwei Tibeter das Leben auf diese Weise genommen, der letzte Fall davor liegt im April. Damit reißt die Serie der Selbstverbrennungen in Tibet seit 2009 nicht ab. Die meisten der Opfer wollen mit ihrem Tod auf die Unterdrückung der Tibeter durch die Chinesen aufmerksam machen und erhoffen sich Unterstützung für die Freiheitsbewegung der Tibeter.

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