Wochenrückblick 07:2015

Das Café Krudttønden in Kopenhagen nach den tödlichen Schüssen. (Quelle: Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 2.0)

Das Café Krudttønden in Kopenhagen nach den tödlichen Schüssen.

Zwei Tote bei Attentaten in Dänemark * Boko Haram greift Stadt Gombe an * IS in Libyen töten 21 koptische Christen * Chapel Hill Shooting

  • Ein 22-jähriger Däne hat am vergangenen Samstag (14.02.) in Kopenhagen zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt. Zunächst hatte der Täter auf einer Veranstaltung mit dem schwedischen Karikaturisten Lars Vilken Schüsse im Kopenhagener Café Krudttønden abgegeben, die laut Polizei wohl dem Zeichner selbst galten, jedoch den Regisseur Finn Nørgaard töteten und drei Polizisten verletzten. Der Schütze konnte fliehen und griff später in der Nacht eine Synagoge an und tötete dort den jüdischen Wachmann, zwei weitere Polizisten wurden verletzt. Aufgrund der Aussage eines Taxifahrers konnte der Täter noch am Sonntag in seiner Wohnung festgenommen werden. Die Hintergründe für die Tat sind noch nicht bekannt, doch forderte der israelische Ministerpräsident Netanjahu europäische Juden bereits zur Einreise nach Israel auf, da zu erwarten sie, dass sich die Angriffe fortsetzten.

 

  • In Nigeria haben Kämpfer der Boko Haram die Stadt Gombe angegriffen und konnten bis ins Stadtzentrum vordringen, wo sie um sich schossen und Flugblätter gegen die im März anstehenden Präsidentschaftswahlen verteilten. Sie wurden von Regierungstruppen wieder verdrängt, jedoch wurde eine eintägige Ausganssperre verhängt. Die Stadt Gombe ist die größte Stadt des Bundesstaates Gombe, welcher an den nördlichen Bundesstaat Borno grenzt, welcher bisher am heftigsten unter Angriffen der Boko Haram gelitten hat.

 

  • In Libyen wurden bereits Ende Dezember 2014 bzw. nochmals Anfang Januar 2015 insgesamt 21 koptische Christen aus Ägypten entführt. Sie befanden sich auf dem Weg nach Hause oder wurden gezielt in ihren Wohnungen aufgesucht. Am vergangenen Sonntag wurde ein Video ins Internet gestellt, welches die Enthauptung der Gefangenen zeigt. Damit rückt Libyen als Ableger des Islamischen Staates in den Blick der internationalen Aufmerksamkeit, auch wenn bereits seit 2012 mehrfach ägyptische Kopten entführt und getötet wurden. Der ägyptische Staatspräsident al-Sissi ordnete eine einwöchige Staatstrauer an und kündigte eine „angemessene Reaktion“ (laut ZEIT) auf die Ermordung der Kopten an.

 

  • Am vergangenen Dienstag (10.02.) wurden in Chapel Hill, North Carolina, drei Muslime von einem benachbarten Atheisten getötet. Der Täter Craig Stephen Hicks hatte sich selbst der Polizei ausgeliefert nachdem er das Ehepaar und die Schwester der Frau erschossen hatte. Über das Motiv der Tat ist noch nichts offizielles bekannt. Einerseits ist bekannt, dass der Täter Atheist ist und sich kritisch und mitunter auch beleidigend über Religionen äußerte, andererseits betonte seine Frau, dass die Religion der Opfer keine Rolle spielte, sondern es um Parkplatzstreitigkeiten ging.

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