Wochenrückblick 19/20:2015

Festnahme der Gründer der Oldschool Society (OSS) * Dritter säkularer Blogger in Bangladesch getötet * Verbot von Kopftüchern in der Republik Kongo * Chinesische Provinz entfernt Kreuze von allen Gebäudedächern * Muslimische Ladenbesitzer müssen Alkohol verkaufen * Palästinensische Nonnen heilig gesprochen * Antiislamische Tweets von französischem Bürgermeister  * Urteil für voyeuristischen US-Rabbi ergangen

  • Am Mittwoch, dem 06.05., wurden in einem Großeinsatz der Polizei deutschlandweit vier Personen festgenommen, die mutmaßlich Gründer der Gruppierung Oldschool Society (OSS) sind. Diese Gruppe, noch mit geringen Mitgliedszahlen von zehn Personen, wurde im August 2014 gegründet und steht im Verdacht eine kriminelle Vereinigung zu sein. In Videos, die von OSS im Internet veröffentlicht wurden, vertritt die Gruppierung rassistische und fremdenfeindliche Standpunkte und versucht so, neue Mitglieder zu werben. Die Oldschool Society soll des Weiteren Anschläge auf Moscheen und Asylbewerberheime sowie auf die salafistische Szene und führende Salafisten geplant haben.

 

  • Bereits zum dritten Mal wurde in Bangladesch ein Blogger, der sich kritisch mit Religion auseinandersetzt und bekennender Atheist ist, auf offener Straße getötet. Ananta Bijoy Das war auf dem Weg zur Arbeit als er Zeugenberichten zufolge von vier maskierten Männern mit Macheten angegriffen und getötet wurde. Das schrieb für eine Webseite, deren Moderator Avijit Roy war, welcher bereits im Februar auf gleiche Weise ermordet worden war.

 

  • Die Regierung der Republik Kongo hat ein Verbot von Niqab, Burka und ähnlichen Verhüllungen erlassen. Als Begründung wird angegeben, dass auf diese Weise terroristische Akte verhindert werden sollen. Hintergrund sind zunehmende Flüchtlingsströme aus benachbarten Ländern, vor allem aus der Zentralafrikanischen Republik, mit deren Ankunft die kongolesische Regierung auch Gewalttaten der Boko Haram wie im Nachbarland Kamerun befürchtet.

 

  • In der Provinz Zhejiang im Osten von China werden seit 2014 Kreuze aller Arten von Gebäuden, insbesondere von Dächern, entfernt mit der Begründung es handele sich um Verstöße gegen Bauvorschriften. Nun soll eine offizielle Richtlinie folgen, die Kreuze auf Dächern generell verbietet und solche an Gebäuden Bestimmungen von Art und Größe unterwirft. In der mehrheitlich von Uiguren bewohnten Provinz Xinjiang hat die Provinzregierung eine Regelung erlassen, die muslimische Ladenbesitzer zwingt entweder Alkohol und Zigaretten zu verkaufen oder mit der Schließung ihres Ladens rechnen zu müssen.

 

  • Am Wochenende wurden vier Nonnen auf dem Petersplatz von Papst Franziskus heilig gesprochen. Erstmals in der Geschichte sind darunter zwei palästinensische Nonnen, damit werden erstmals arabische Christinnen geehrt. Anwesend war auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Der Vatikan und die palästinensischen Behörden bereiten derzeit einen Vertrag über die Regelung des Status‘ der katholischen Kirche in Palästina vor. Im derzeitigen Entwurf ist explizit vom „Staat Palästina“ die Rede, was eine Anerkennung als Staat durch den Vatikan beinhaltet.

 

  • Robert Chardon, Bürgermeister der südfranzösischen Stadt Venelles hat in der vergangenen Woche mit antiislamischen Tweets den Unmut vieler Franzosen erregt. Der Islam werde bis 2027 aus Frankreich verbannt sein, Muslime sollten zur Grenze begleitet werden und ähnliche Äußerungen verbreitete Chardon via Twitter. Zunächst war man davon ausgegangen, dass der Account gehackt worden war, doch Chardon bestätigte bereitwillig seine Äußerungen. Robert Chardons Partei UMP (Union pour un Movement Populaire) hat sich inzwischen von seinem Mitglied distanziert und strebt ein Ausschließungsverfahren an. Bisher haben die Äußerungen Chardons jedoch noch nicht zu Rücktrittsforderungen vom Bürgermeisteramt geführt.

 

  • Im Fall des voyeuristischen Rabbis in den USA (religioholic berichtete) ist nun das Urteil ergangen. Für das Beobachten von Frauen beim rituellen Bad in der Mikwe wurde Rabbi Barry Freundel zu 6 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. Sein Amt als Rabbi der Synagoge Kesher Israel in Washington, D.C., und seine Positionen in jüdischen Organisationen hat er bereits verloren.

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