Wochenrückblick 24:2015

Migration der sephardischen Juden ab dem 15. Jahrhundert. (Quelle: Encyclopedia Judaica via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0)
Migration der sephardischen Juden ab dem 15. Jahrhundert.

Drohungen zur Eröffnung einer Moschee in Bayern * Jesus wird in Essener Bahnhof mit Füßen getreten * Einrichtung einer Unterkunft für Obdachlose im Vatikan * Nach über 500 Jahren spanische Staatsbürgerschaft für sephardische Juden

  • Das Theaterfestival Ruhrtriennale hat auf dem Boden des Essener Hauptbahnhofs mit dem Bild von Jesus für sich geworben. Dies missfiel einigen Christen und auch Muslimen, da Jesus auf diese Weise wortwörtlich mit Füßen getreten werde. Sie stellten sich mit Plakaten mit der Aufschrift „Jesus ist kein Fusßabtreter!“ auf, um Passanten am Betreten der Werbung zu hindern. Inzwischen hat die Deutsche Bahn die Werbung in Essen, Bochum, Duisburg, Dortmund und Köln entfernt. Die Veranstalter der Ruhrtriennale zeigten sich enttäuscht, dass das Problem nicht an sie herangetragen wurde um möglicherweise eine andere Lösung zu finden. Sie betonten jedoch, dass eine Beleidung religiöser Gefühle mit dieser Art der Plakatierung nicht beabsichtigt war.
  • Papst Franziskus setzt auch im Vatikan selbst sein Engagement für die Armen fort. Nachdem er veranlasst hatte, dass Duschen für Obdachlose am Petersplatz installiert werden und sie ihr Haar kostenlos schneiden lassen können (religioholic berichtete), wird nun auf sein Betreiben hin in unmittelbarer Nähe zum Vatikan eine Unterkunft für Obdachlose eingerichtet. Sie befindet sich derzeit im Aufbau, soll nach ihrer Fertigstellung von Freiwilligen betrieben werden und bis zu 30 Personen Obdach bieten.
  • Nach mehr als 500 Jahren wird es für die Nachfahren der sephardischen Juden, welche aus Spanien vertrieben wurden, erstmals möglich sein die spanische Staatsangehörigkeit zu beantragen. Das entsprechende Gesetz wurde vom spanischen Parlament verabschiedet und könnte 3,5 Millionen Juden betreffen. Ende des 15./Anfang des 16. Jahrhunderts wurden auf Befehl der „Katholischen Könige“ Isabella und Ferdinand Tausende Juden (Schätzungen belaufen sich auf 300.000) aus Spanien ausgewiesen. Spanische Regierung und jüdische Gruppierungen schätzen, dass Zehntausende Juden diese Möglichkeit einer doppelten Staatsbürgerschaft ergreifen könnten, die noch für die kommenden drei Jahre Gültigkeit hat.

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