Wochenrückblick 26/27:2015

Tama: von der Stationsvorsteherin zur shintoistischen Gottheit. (Quelle: Sanpei via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Tama: von der Stationsvorsteherin zur shintoistischen Gottheit.

Vertrag zwischen Vatikan und Palästina unter Protest Israels geschlossen * First Church of Cannabis hält erste Messe doch ohne Marijuana * Porträt von Benedikt XVI. besteht aus Kondomen * Hawai’i erlaubt wieder traditionelle Begräbnisart * Zahlreiche Tote bei islamistischen Anschlägen in Tunesien, Kuwait und Frankreich * Verstorbene Bahnhofskatze wird shintoistische Gottheit

Die geplante Vereinbarung zwischen dem Vatikan und den palästinensischen Gebieten wurde am 26. Juni von beiden Seiten unterzeichnet. Der Vertrag wurde zwischen dem Vertreter für die Beziehungen zwischen den Staaten des Vatikanischen Staatssekretariats und dem Außenminister Palästinas, Riad al-Malki, geschlossen. In dem Dokument wird nicht nur der Staat Palästina als solcher anerkannt, sondern auch zu einer Zwei-Staaten-Lösung durch direkte Verhandlungen mit Israel aufgerufen. Von israelischer Seite wurde die Vereinbarung als hinderlich für den Friedensprozess bezeichnet.

Aus Indianapolis, Hauptstadt des US-Bundesstaates Indiana, stammt die weltweit erste Religion für Cannabis. Der erste große Gottesdienst der in diesem Jahr gegründeten „First Church of Cannabis“ fand jedoch in der vergangenen Woche ohne den Genuss von Marijuana statt. Wollte der Religionsgründer, Bill Levin, ursprünglich die Vorwarnung von staatlicher Seite, jeder im Besitz von Marijuana werde verhaftet, ignorieren und trotzdem Cannabis verwenden, forderte er am vergangenen Montag seine Anhänger über Facebook dazu auf,  den Gottesdienst am 1. Juli ohne Drogen aufzusuchen.

Ab November wird im Milwaukee Art Museum ein äußerst umstrittenes Porträt des ehemaligen Papstes Benedikt XVI. ausgestellt. Das Kunstwerk besteht aus 17.000 bunten Kondomen und wurde von der Künstlerin Niki Johnson angefertigt, um auf die Ausbreitung von AIDS in Afrika aufmerksam zu machen. Benedikt XVI. hatte sich gegen den Einsatz von Kondomen ausgesprochen, auch wenn diese der Verbreitung der Immunschwächekrankheit deutlich entgegenwirken können. Johnson schloss die Arbeit an diesem Kunstwerk bereits vor zwei Jahren ab, seitdem ist das Werk sehr umstritten. Bereits 200 Anrufer verzeichnete das Milwaukee Art Museum, die sich über die geplante Ausstellung des Werkes beschwerten. Anrufer, welche die Ausstellung des Papst-Porträts befürworteten, würden diese Zahlen jedoch übertreffen, sagte der Museumsdirektor Dan Keegan dem Religion News Service.

Ein neues Gesetz ermöglicht es, in Hawai’i Familienmitglieder wieder auf traditionelle Weise zu beerdigen. Jahrtausendelang beerdigten Hawai’ianer ihre Toten, indem das Fleisch durch teilweise Kremation entfernt wurde und die Knochen danach mit spezieller Kleidung begraben wurden. Auf diese Weise soll sich die Essenz des Menschen, die in seinen Knochen liegt, auf natürliche Weise wieder mit dem Land der Vorfahren vereinen. Diese Praxis wurde lange Zeit gestoppt aufgrund von gesundheitlichen Bedenken, die von staatlicher Seite bestehen.

Nach dem Terroranschlag im tunesischen Sousse, zu dem sich der „Islamische Staat“ bekannt hat, hat die Regierung des Landes bis zu 80 Moscheen geschlossen, die „Gift zum Terrorismus“ (laut taz) verbreiten sollen. Des Weiteren sollen Parteien und Vereine überprüft und bei Verdacht aufgelöst werden. Bei dem Anschlag am Strand eines bei Europäern beliebten Hotels waren 39 Menschen getötet worden. Auch in Kuwait und Frankreich hat es Anschläge gegeben, als deren Verursacher Islamisten vermutet werden. In der Stadt Kuwait wurde ein Selbstmordattentat auf eine schiitische Moschee verübt, bei der mindestens 25 Menschen getötet und 202 verletzt worden. Auch hier bekannte sich der Islamische Staat zu der Tat. In Frankreich sollte in der Stadt Lyon eine folgenschwere Explosion in einer Chemiefabrik ausgelöst werden. Glücklicherweise misslang dieser Versuch, doch auch hier war ein Toter zu beklagen, der von den Angreifern enthauptet wurde.

In Japan verstarb die 16-jährige Katze Tama an Herzversagen. Sie war 2007 zur Stationsvorsteherin des Örtchens Kishigawa ernannt worden, nachdem der letzte menschliche Stationsvorsteher aus dem Dienst geschieden war. Seitdem war Tama zu Berühmtheit aufgestiegen, an ihrer Beerdigung nahmen 3.000 Menschen teil, legten Blumen und Thunfisch in Dosen auf dem für sie errichteten Altar nieder. Tama wurde zudem zur „ewigen Stationsvorsteherin ehrenhalber“ ernannt und in der Präfektur Wakayama sogar zur shintoistischen Gottheit erklärt!

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