Wochenrückblick 28:2015

Faravahar, Symbol des Zoroastrismus und Versinnbildlichung des Geistes. (Quelle: Furfur via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 4.0)

Faravahar, Symbol des Zoroastrismus und Versinnbildlichung des Geistes.

Indische Parsen verärgert über Nutzung religiösen Symbols in Musikvideo * Church of Cannabis klagt für Marihuana-Konsum als Teil der freien Religionsausübung * Siebenten-Tags-Adventisten stimmen gegen die Ordination von Frauen * Dekret zur Erleichterung des Übertritts zum Judentum in Israel gekippt

  • Die in Indien lebende Gemeinschaft der Parsen ist verärgert über ein vor kurzem veröffentlichtes Musikvideo der iranisch-stämmigen Sängerin Amitis in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Rapper Snoop Dogg. Es zeigt beide Künstler in altägyptisch-persisch angehauchter Umgebung unter dem religiösen Symbol des Faravahar, welches im Zoroastrismus von großer Bedeutung ist. Faravahar versinnbildlicht den Geist, der vor der Geburt des Menschen und nach dessen Tod weiter exisitiert. Da die Parsen der zoroastrischen Lehre folgen, empfinden sie Wut über die Nutzung ihres religiösen Symbols in diesem Zusammenhang. Dieser Wut machen sie Luft bei ihren religiösen Repräsentanten wie dem Präsidenten der Parsi Zoroastrian Association of Kolkata, Darayas Jamsheed Bapooji,  der bei einem Gericht in Kalkutta offiziell Beschwerde einlegte. Man wolle die Verbreitung des Videos stoppen und eine Entschuldigung der Urheber, wie Bapooji gegenüber Foreign Policy angab.
  • Auch wenn der erste große Gottesdienst der Church of Cannabis ohne die Nutzung von Marihuana stattfand (religioholic berichtete), möchte die Gemeinschaft nicht dauerhaft darauf verzichten und hat vor dem Marion County Circuit Court Klage eingereicht. Da Marihuana als Sakrament innerhalb der Gemeinschaft gilt, beruft sich der Gründer Bill Levin nicht nur auf die vom Staat garantierte Religionsfreiheit sondern im Besonderen auf den Anfang Juli verabschiedeten Religious Freedom Restoration Act, welcher die Religionsausübung nur einschränken darf, wenn diese staatlichen Interessen entgegenläuft und dann auf die Weise, die am wenigsten restriktiv wirkt. Nun bleibt es dem Gericht überlassen, zu entscheiden, ob es sich bei der Church of Cannabis um eine Religion handelt, deren Anhänger aufgrund der staatlichen Gesetzgebung in ihren religiösen Handlungen eingeschränkt wurden.
  • Die 60. Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten in San Antonio hätte eine historische Stunde für die religiöse Gemeinschaft werden können. Denn zur Abstimmung stand, ob Frauen ordiniert werden dürfen. Doch noch scheint die Gemeinschaft für diesen großen Schritt nicht bereit zu sein, die Abstimmung ergab ein deutliches „Nein“ zu weiblichen Pastoren. Trotzdem gibt es insbesondere in den USA bereits weibliche Pastoren, die zwar nicht offiziell ordiniert sind, aber alle Aufgaben eines Pastors der Siebenten-Tags-Adventisten ausführt. Der Sprecher der Gemeinschaft, Garrett Caldwell, gab gegenüber Religion News Service an, dass sich an der Position dieser Frauen nichts ändern wird und sie weiterhin ihren bisherigen Aufgaben nachkommen können.

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