Wochenrückblick 33:2015

Das National Youth Theatre in Holloway, London. (Quelle: Chris Whippet via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 2.0)

Das National Youth Theatre in Holloway, London.

Kritisches Theaterstück in London über muslimischen Extremismus abgesagt *  Waffenladenbesitzer erklärt Geschäft und Schießstand zu muslimfreier Zone * Bäcker darf Bedienung homosexueller Paare nicht aus religiösen Gründen ablehnen * Keine schweinefleischfreie Alternative für Schulessen in Chalon-sur-Saone * Baby-Bonus von katholischer Kirche für Familien mit mehr als drei Kindern

  • Die geplante Uraufführung des Theaterstückes „Homegrown“ im National Youth Theatre in London am 15. August wurde abgesagt. Das Stück von Omar El-Khairy setzt sich mit der Radikalisierung junger muslimischer Briten auseinander. Dabei thematisiert es auch, welche Faktoren eine Rolle spielen können, warum sich jemand zum islamischen Extremismus hingezogen fühlt. Eine Woche vor Aufführung des Stückes wurde die Regisseurin von der Polizei aufgefordert das endgültige Script einzureichen. Daraufhin wurde es vom Spielplan genommen. Menschenrechtler und prominente britische Künstler, darunter der Dramatiker Sir David Hare, empörten sich über die Streichung des Stücks und bezeichneten sie als „beunruhigenden Moment des Britischen Theaters und der Meinungsfreiheit“.
  • Der Betreiber eines Waffenladens und eines Schießstandes im US-Bundesstaat Oklahoma hat seine Geschäfte als „Muslim-frei“ deklariert. Damit will der Irakkriegsveteran seinen Beitrag zum Schutz lokaler Soldaten leisten. The Council on American-Islamic Relations (CAIR) führt inzwischen Liste über solche Geschäfte und hat das Justizministerium aufgefordert, diese Fälle zu untersuchen. Es sei eindeutig ein Gesetzesverstoß, da Menschen aufgrund ihrer Religion diskriminiert werden. Nihad Arwad, Vorsitzender des CAIR, erinnere es an die Segregation in den USA.

 

  • Das Schulessen in der französischen Stadt Chalon-sur-Saone muss ab dem kommenden Schuljahr keine schweinefleischfreie Alternative mehr anbieten. Der Bürgermeister der Stadt hatte im März angekündigt, dass eine Alternative zum Schweinefleisch nicht mehr garantiert werde. Die Bestätigung durch ein Gericht feierte er als Sieg der Säkularität. Muslimische Organisationen äußerten sich jedoch besorgt und merkten an, dass solch ein Vorgehen nicht dem Schulfrieden dienlich sei und Muslime aus dem Respekt vor der Säkularität kein halales (geschächtetes) Fleisch gefordert hätten. Die französische Bildungsministerin wirft der Entscheidung des Gerichts in Dijon vor, Kinder als Geiseln zu nehmen.
  • Wer drei oder mehr Kinder hat, kann im italienischen Staggia, einem Dorf in der Nähe von Siena, einen Baby-Bonus von stolzen 2.000 € erhalten. Ausgelobt wird der Bonus vom örtlichen Priester Stefano Bimbi. Bedingung ist, dass alle Kinder katholisch getauft werden und die Familie in Staggia lebt, selbst katholisch ist und die Kirche besucht. Damit folgt Bimbi einer ähnlichen Initiative des italienischen Staates, der Familien mit niedrigem Einkommen mit 88€ pro Monat pro Kind unter drei Jahren unterstützt.

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