Wochenrückblick 42:2015

Zum Gedenken an den Tod des Prophetenenkels sind Selbstgeißelungen zum Aschura-Fest nicht unüblich. (Quelle: Muhammadhani via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Zum Gedenken an den Tod des Prophetenenkels sind Selbstgeißelungen zum Aschura-Fest nicht unüblich.

Zwei Tote während Ashura-Feierlichkeiten im Iran * Israel geht nach Messerattacken rigoros gegen Palästinenser vor * Japan will Unterstützung für UNESCO prüfen * Indonesische Provinz Aceh schließt christliche Kirchen 

  • Während der Feierlichkeiten zum Ashura-Fest im Iran wurden zwei schiitische Gläubige bei einem Schusswechsel getötet und zwei weitere Menschen verwundet. Die Schüsse wurden in der Stadt Dezful in der südwestlichen Provinz Chuzestan aus einem Auto abgegeben. Die Hintergründe der Tat sind bisher nicht geklärt, es könnte sich jedoch um einen Angriff von Sunniten handeln, da diese nach Regierungsangaben in den vergangenen Jahren insbesondere im Zeitruma des Ashura-Festes zugenommen haben. Ashura gedenkt der Schlacht von Kerbela und dem Tod des Prophetenenkels Hussain.
  • Japan, bislang ein wichtiger Unterstützer der UNESCO, könnte aufgrund der Spannungen mit China seine Beitragszahlungen an die UNESCO einstellen. China hatte sowohl für das Massaker in Nanjing 1937 als auch die Zwangsprostitution während des Zweiten Weltkrieges („Trostfrauen“) die Aufnahme in das UNESCO-Programm „Memory of the World“ beantragt. Die Bestätigung der Aufnahme hat Japan verärgert, da die japanische Regierung die Kriegsverbrechen in Nanjing verleugnet. Der japanische Außenminister Kishida hat nun angekündigt, die Unterstützung für die UNESCO zu überprüfen.
  • Nachdem ein verärgerter Mob in der vergangenen Woche eine christliche Kirche in der indonesischen Provinz Aceh niedergebrannt hat, wurden auf Betreiben der Provinzregierung sechs Kirchen geschlossen. Bei den betroffenen Kirchen lag keine gültige Baugenehmigung vor, so die offizielle Begründung. Muslimische Anwohner, darunter Anhänger der radikalen Gruppierung Islamic Defenders Front, hatten die Provinzregierung aufgefordert zehn Kirchen aufgrund fehlender Baugenehmigungen zu schließen. Dies dürfte jedoch nicht der einzige Grund für die Schließung gewesen sein. Bereits seit der teilweisen Autonomie die Aceh von der indonesischen Regierung gewährt wurde, kommt es in er ethnisch und religiös vielfältigen Provinz immer wieder zu Auseinandersetzungen.

Flattr this!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.