Wochenrückblick 43:2015

Die fatalen Auswirkungen eines kleinen Wortes. Druckfehler in der

Die fatalen Auswirkungen eines kleinen Wortes. Druckfehler in der „Sinners‘ Bible“.

Verurteilung im Betrugsfall der Megakirche Singapore’s City Harvest * „Sinners‘ Bible“ mit historischem Druckfehler wird versteigert * Netanjahu beschuldigt Mufti von Jerusalem für Holocaust * Attentäter in schwedischer Schule hatte rassistische Motive

  • Sechs Kirchenvertreter einer der größten Megakirche in Singapur, City Harvest, wurden in der vergangenen Woche des Betruges für schuldig befunden. Der Richter sah es als erwiesen an , dass die Beschuldigten 37 Millionen US$ veruntreuten und der Gründer von City Harvest, Kong Hee, dieses Geld in die Musikkarriere seiner Frau Ho Yeow Sun investierte. Die City Harvest Kirche ist eine der Megakirchen in Singapur, deren wachsende Zahl „prosperity gospel“ predigt, der spirituelle mit materiellen Sehnsüchten verbindet. Die Arbeit von City Harvest ist gekennzeichnet durch einen lebendigen Gottesdienst und die Einbindung von Pop-Musik und Social Media, um Anhänger zu gewinnen und zu halten. Nach eigenen Angaben hat City Harvest 20.000 Anhänger.
  • Ein Druckfehler wurde den Druckern Robert Barker und Martin Lucas im 17. Jahrhundert in England zum Verhängnis. Beim Druck von 1.000 Bibeln ist den beiden beim 7. Gebot ein Fehler unterlaufen: Statt „Thou shalt not commit adultery“ druckten sie „Thou shalt commit adultery“. König Charles I. war außer sich und die Drucker wurden mit horrenden Geldstrafen belegt. Die Bibeln wurden vernichtet. Doch nicht alle wurden ein Opfer der Flammen. Einige der „Sinners‘ Bibles“ haben bis heute überdauert. Ein Exemplar wird im November in einem Londoner Auktionshaus versteigert und es werden Gebote umgerechnet von über 24.000 US$ erwartet.
  • Kurz vor seinem Deutschlandbesuch hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einer Rede vor dem Zionistenkongress geäußert, dass der Besuch des Muftis von Jerusalem – Amin al-Hussaini – 1941 Hitler zur Vernichtung der Juden führte. Auch Angriffe von Muslimen auf Juden in Palästina in den 1920er-Jahren führte Netanjahu auf den Einfluss des Muftis zurück. Damit hat er besonders auf der Kurznachrichtenplattform Twitter einen Sturm der Kritik ausgelöst. Auch Historiker wiesen darauf hin, dass Netanjahu Zeitabläufe verzerre, denn auch wenn Amin al-Hussaini eine polarisierende Persönlichkeit war, hatte Hitler bereits 1939 – bevor er den Mufti kennnelernte – deutlich von der Vernichtung der Juden gesprochen.
  • Im schwedischen Trollhättan, rund 80 km nördlich von Göteburg gelegen, hat ein 21-Jähriger eine Schule angegriffen. Er war mit einem Schwert bewaffnet und ging auf Schüler und Lehrer los. Dabei tötete er zwei Menschen, vier weitere verletzte er zum Teil schwer. Nach aktuellem Ermittlungsstand der Polizei hat sich der Täter seine Opfer gezielt ausgesucht: Alle hatten einen Migrationshintergrund und in der Wohnung gebe es laut Polizei weitere Hinweise auf ein „Hassverbrechen“. Der Täter wurde noch in der Schule gestellt und niedergeschossen. Er verstarb im Krankenhaus.

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