Wochenrückblick 44:2015

Treffen zwischen dem Großmufti von Jerusalem und Adolf Hitler 1941. (Bundesarchiv, Bild 146-1987-004-09A, Heinrich Hoffmann via Wikimedia Commons Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Treffen zwischen dem Großmufti von Jerusalem und Adolf Hitler 1941.

“Karte der Schande”: Angriffe auf Flüchtlinge und Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkunft * Netanjahu korrigiert Theorie über Großmufti und Hitler * Hunderte Menschen aus der Gewalt Boko Harams befreit *  Religionskritischer Verleger in Bangladesch getötet * Religiöse Barbie-Puppen nach einem Jahr in Ausstellung

  • Ebenso wie Hilfe für Flüchtlinge reißt auch die Gewalt gegenüber Flüchtlingen nicht ab. In Magdeburg wurden drei Syrer von bis zu 30 Personen angegriffen und mit Baseballschlägern attackiert. Alle drei Flüchtlinge mussten im Krankenhaus ambulant behandelt werden. Einer der mutmaßlichen Angreifer wurde festgenommen, nach kurzer Zeit aber wieder auf freien Fuß gelassen. Auch in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) wurden zwei syrische Flüchtlinge mit Baseballschlägern verletzt. Ebenso wie im Magdeburger Fall wurden die Opfer ambulant behandelt und die Täter konnten flüchten. Eine erfolgreiche Festnahme gab es bisher nur im Fall eines Brandanschlages in Niedersachsen. Der Tatverdächtige hatte in Sehnde ein Feuer in einem Hauseingang gelegt, in dem eine dreiköpfige Flüchtlingsfamilie lebt. Diese blieben glücklicherweise unverletzt. Die Süddeutsche Zeitung hat eine “Karte der Schande” erstellt, welche die Verteilung und Art von Gewalttaten gegenüber Flüchtlingen dokumentiert.
  • Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben bei einer Militäraktion im Nordosten Nigerias über 300 Menschen aus den Fängen der Boko Haram befreit. Unter den 338 geretteten Menschen befänden sich besonders viele Frauen und Kinder, meldete die Armee. Bereits Ende September hatten Armeesprecher verkündet, dass sie 241 Frauen und Mädchen befreit hätten.
  • Nachdem in den letzten Monaten bereits vier bangladeschische Blogger getötet wurden, weil sie sich kritisch gegenüber Religionen äußerten, reißt die Tötungsserie noch immer nicht ab. In der vergangenen Woche wurde in der Hauptstadt Dhaka der Herausgeber Faisal Arefan Dipan ermordet, da er die Werke des atheistischen Schriftstellers und Bloggers Avijit Roy veröffentlichte. Letzterer war bereits im Februar getötet worden. Dipan wurde mit Buschmessern und Beilen ermordet, auf gleiche Weise wurden Stunden zuvor zwei religionskritische Autoren und ein weiterer Verleger angegriffen, die den Überfall schwer verletzt überlebten. Die Polizei vermutet, dass die Mordserie von der islamistischen Gruppierung Ansarullah Bangla Team (ABT) mindestens angeheizt, wenn nicht sogar durchgeführt wird. Diese fordern immer wieder den Tod religionskritischer Blogger, da sie sich der Gotteslästerung schuldig machen würden.
  • Bereits im vergangenen Jahr hatten die Künstler Marianela Perelli und Elimiliano Paolini versucht, eine Kunstausstellung mit ihren Barbie-Puppen, die religiöse Figuren darstellen, zu organisieren. Aufgrund massiver Proteste von religiösen Organisationen wurde die geplante Ausstellung jedoch abgesagt (religioholic berichtete). In diesem Jahr versuchen die beiden Künstler es erneut: Ab dem 20. November werden Barbies u. a. als Johanna von Orléans, Maria Magdalena sowie Ken als Moses und Buddha in der POPA art gallery in Buenos Aires zu sehen sein. Wie auch 2014 hat die Ausstellung “Barbie, The Plastic Religion” bereits wieder im Vorfeld für heftige Kritik von religiöser Seite gesorgt. Doch bisher halten die Künstler an ihrem Vorhaben fest.

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