Wochenrückblick 45:2015

Weibliche Rabbiner bleiben weiterhin Zukunftsmusik. (Quelle: תמי גוטליב via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Weibliche Rabbiner bleiben weiterhin Zukunftsmusik.

Angriffe auf Flüchtlinge im Vergleich zu Vorjahren vervierfacht * Denkmal für Sinti und Roma in Berlin geschändet * Starbucks wird von Christen des „Krieges auf Weihnachten“ beschuldigt * Weiterhin keine weiblichen Rabbis im orthodoxen Judentum Amerikas

  • Laut dem Bundeskriminalamt (BKA) haben Gewalttaten gegen Flüchtlinge in diesem Jahr erheblich zugenommen. Bis Ende Oktober gab es bereits 53 Brandstiftungen und insgesamt 104 Gewalttaten gegen Asylheime. Die Welle der Gewalt sei laut Diakonie-Präsident Ulrich Lilie die schlimmste seit 20 Jahren. Insgesamt belaufen sich die Straftaten gegen Asylunterkünfte auf 637 Fälle, das sind dreimal so viel wie noch im letzten Jahr.
  • Das Denkmal für Sinti und Roma, das 2012 im Berliner Tiergarten eröffnet wurde, wurde von Rassisten mit der Aufschrift „Vergasen“ und einem Hakenkreuz besprüht. Es ist das erste Mal, das dieses Denkmal derart verunziert wurde, aber der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, sieht darin das Werk von Rechtsextremisten, die versuchen den „Geist Hitlers wieder neu zu beleben“. Während der Zeit des Nationalsozialmus wurden bis zu 500.000 Sinti und Roma getötet.
  • Nachdem vor sechs Jahren die erste religiöse Schule (Yeshiva) für Frauen in New York City gegründet wurde, hat der Rabbinical Council of America offiziell die Ordinierung von Frauen verboten im orthodoxen Judentum. Die Frauen, die bisher die Yeshiva abgeschlossen haben, nannten sich „maharat“ anstatt dem bei Männern gebrauchten „rabbi“. Doch auch dieser Titel wurde vom Rat explizit verboten. Unabhängig des Titels dürfen sie nicht ordiniert werden, dürfen nicht für Rabbinatspositionen angestellt werden und dürfen auch keine Titel führen, die den Rabbinatstitel implizieren.

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2 Antworten zu “Wochenrückblick 45:2015

  1. „Weiterhin keine weiblichen Rabbis im orthodoxen Judentum Amerikas“

    Das gilt für das orthodoxe Judentum weltweit, nicht ausschließlich in den USA.

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