Wochenrückblick 50:2015

Yahye Jammeh, Präsident des afrikanischen Staates Gambia, ruft islamischen Staat aus.  (Quelle: Wikimedia, gemeinfrei)

Yahye Jammeh, Präsident des afrikanischen Staates Gambia, ruft islamischen Staat aus.

Gambischer Präsident verkündet islamischen Staat * Saudische Frauen durften erstmals wählen und gewählt werden * Heiliges Jahr der Barmherzigkeit von Papst Franziskus eingeläutet * Kein Strafprozess für „Scharia-Polizei“ in Wuppertal

  • Der gambische Präsident Yahya Jammeh hat verkündet, dass Gambia von nun an ein islamischer Staat ist. Dies solle weder für Christen noch andere religiöse Minderheiten Folgen haben noch für den Kleidungsstil. Der Präsident gab keine Begründung für seine Entscheidung. Die Opposition bezeichnete diese Bekanntgabe als ungesetzlich und als Verstoß gegen die Verfassung. Der Präsident, der Gambia seit seinem Putsch 1994 regiert, wolle damit nur von den Problemen des Landes ablenken.
  • Erstmals in der Geschichte Saudi-Arabiens durften Frauen bei den am vergangenen Wochenende stattfindenden Kommunalwahlen selbst an die Urnen treten und ihre Stimme abgeben. Zudem konnten sich Frauen erstmals als Kandidatinnen auch selbst zur Wahl stellen. Nach aktuellem Stand haben fünf Frauen Sitze errungen in so unterschiedlichen Gegenden wie der zweitgrößten Stadt Jeddah und dem Dorf Madrakah, nördlich von Mekkah gelegen. Den Kandidatinnen liegt vor allem eines am Herzen: die Interessen von Frauen und Kindern. So wollen sie sich dafür einsetzen, dass Betreuungseinrichtungen länger geöffnet haben und die medizinische Versorgung für Schwangere verbessert wird.
  • Papst Franziskus hat mit dem Öffnen der Heiligen Pforte des Petersdoms offiziell das von ihm ausgerufene Jahr der Barmherzigkeit eröffnet. Es ist ein außerordentliches Heiliges Jahr, das sonst üblicherweise alle 25 Jahre stattfindet. Das letzte außerordentliche Heilige Jahr wurde 2009 von Papst Benedikt XVI. zu Ehren des 2000. Geburtsjahr des Paulus ausgerufen. Auch in Deutschland wurden bereits zahlreiche Pforten im Zeremoniell durchschritten, um das Jahr der Barmherzigkeit feierlich zu eröffnen.
  • Im vergangenen Jahr war eine Gruppe als selbst ernannte „Scharia-Polizei“ durch die Straßen von Wuppertal gezogen. Sie hatten mit Schildern Anspruch auch eine „Scharia kontrollierte Zone“ erhoben. Dort galt: kein Alkohol, keine Drogen, keine Konzerte, keine Prostitution. Das Landgericht Wuppertal hat nun entschieden, dass der Aufzug nicht strafbar war, da der Vorwurf des Uniformverbots sich nicht erhärtete. Die Männer hatten Warnwesten mit der Aufschrift „Scharia-Polizei“ getragen. Da von diesen Westen jedoch keine einschüchternde Wirkung ausgegangen sei, hat das Landgericht die Aufnahme eines Strafprozesses abgelehnt.

Flattr this!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.