Wochenrückblick 01:2016

Noch eine alte Ausgabe, ohne kritische Anmerkungen. (Quelle: Ralf Roletschek via Wikimedia Commons, gemeinfrei)

Noch eine alte Ausgabe, ohne kritische Anmerkungen.

„Kritische Edition” von Adolf Hitlers „Mein Kampf” erscheint * Start ins neue Jahr mit Übergriffen auf Flüchtlingsunterkünfte * Muslime schützen Christen bei Überfall auf Bus in Kenia * Somalische Arbeiter in den USA wegen Gebetszeiten gefeuert * Nach über 70 Jahren einigen sich Korea und Japan im Streit über „Trostfrauen” * Beziehung zwischen Saudi-Arabien und Iran verschlechtert sich rapide

  • Im sachsen-anhaltinischen Merseburg zog eine Gruppe von 20 Rechtsextremen an Neujahr vor einer Flüchtlingsunterkunft auf, beschimpfte die Polizisten, die zur Sicherung der Unterkunft vor Ort waren, und bewarf sie mit Bierflaschen. Zudem riefen sie fremdenfeindliche Parolen und schossen mit Feuerwerkskörpern auf die Unterkunft. Niemand wurde verletzt. In Hannover wurde eine Flüchtlingsunterkunft in Brand gesteckt. In beiden Fällen ermittelt die Polizei noch.
  • Bei einem Überfall von Mitgliedern der Shabab-Miliz auf einen Bus in Kenia wurden zwei Menschen getötet. Die Angreifer schossen auf den Bus und forderten die Insassen auf, die christlichen Passagiere unter ihnen zu identifizieren. Die Muslime weigerten sich und forderten die Milizionäre auf, entweder alle Businsassen zu töten oder zu gehen. Nach Zeugenaussagen verließen die Angreifer daraufhin den Bus. Die Geste hat in Kenia viel Aufsehen erregt und bestätigt für religiöse als auch politische Führer des Landes, dass religiöse Koexistenz möglich ist.
  • Die Firma Cargill Meat Solutions in Fort Morgan, nordöstlich von Denver, hat fast 200 Arbeitern, zumeist somalische Einwanderer, gekündigt. Die Angestellten waren drei Tage hintereinander nicht zur Arbeit erschienen, um gegen die ungenügenden Gebetsmöglichkeiten zu protestieren. Cargill stellt seinen Arbeitern eine „reflection area” zur Verfügung, die Anhängern jeder Glaubensrichtung offen steht. Vertreter der Firma sagten, dass die zur Verfügung stehende Zeit allerdings von der Arbeitsbelastung abhängig sei.
  • Über 70 Jahre ist es her, dass Japan während des Zweiten Weltkrieges in Korea als Besatzungsmacht herrschte. Seitdem hatte Japan nicht die Verantwortung für die „Trostfrauen” übernehmen wollen, Hunderttausende Frauen, die vom japanischen Militär verschleppt, festgehalten, missbraucht und vergewaltigt worden waren. Nun endlich scheint der Streit mit Südkorea beigelegt. Die japanische Regierung entschuldigte sich offiziell bei Südkorea und „fühle sich verantwortlich“. Darüber hinaus hat Japan zugesagt eine Milliarde Yen (umgerechnet ca. 7,7 Millionen Euro) in einen Fonds für die ehemaligen „Trostfrauen” einzuzahlen.
  • Das saudische Innenministerium gab am 02. Januar bekannt, dass 47 verurteilte Terroristen hingerichtet wurden. Unter den Toten befand sich auch der schiitische Prediger Nimr al-Nimr, der eine führende Rolle während der Proteste 2011 spielte. Während sich die saudischen Nachbarstaaten Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate positiv äußerten und ihre Unterstützung im Kampf gegen den Terror bekräftigten, brachen im Iran heftige Proteste aus. Die saudischen Botschaften in Teheran und Maschhad wurden angegriffen und Erstere gestürmt. Auf diplomatischer Ebene wurde der saudische Botschaft von der iranischen Regierung einbestellt. Saudi-Arabien reagierte daraufhin mit dem Abzug seines Botschafters aus dem Iran.

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