Wochenrückblick 03:2016

Die Dormitio-Abtei wurde mit anti-christlichen Sprüchen beschmiert. (Quelle: Andrew Shiva via Wikimedia Commons unter CC-BY-SA 4.0 Lizenz)

Die Dormitio-Abtei wurde mit anti-christlichen Sprüchen beschmiert.

Jerusalemer Kirche von jüdischen Extremisten beschmiert * Papstbesuch in römischer Hauptsynagoge * IS: Bomben und Schüsse in indonesischer Hauptstadt Jakarta * Frankreichs Juden diskutieren über das Tragen der Kippa * Magazin bildet Amazon-Chef Jeff Bezos als hinduistischen Gott ab * Beziehungen zwischen Israel und Schweden bleiben angespannt * Syrische Bloggerin von IS in Rakka getötet

  • In Jersualem wurde die Dormitio-Abtei im Herzen der Altstadt von mehreren Unbekannten mit anti-christlichen Slogans beschmiert. Auf Hebräisch wurde mit Filzstiften z. B.  „Christen geht zur Hölle“ und „Götterbilder werden ausgerottet“ auf die Wände und Türen des Klosters geschrieben. Die israelische Polizei kündigte an, dass die Untersuchung dieses Vandalismus höchste Priorität einnehme und ein Angriff auf die religiöse Harmonie sei. Die Dormitio-Abtei war bereits vorher Ziel von Angriffen jüdischer Extremisten gewesen, doch dies sei das erste Mal, dass es Aufrufe zu Morden an Christen gegeben habe, teilt der Sprecher der Kirche, Wadi Abu Nassar, mit.
  • Erstmals seit seinem Amtsantritt 2013 hat Papst Franziskus die Hauptsynagoge Roms besucht. Er gedachte der Besuche seiner Vorgänger, Johannes Paul II. und Benedikt XVI., welche die römische Synagoge ebenfalls während ihrer Amtszeit besuchten, als ein Zeichen für die Transformation der katholisch-jüdischen Beziehungen seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil vor 50 Jahren. Der Besuch war von strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. Franziskus betonte die Unwiderruflichkeit des Bundes Gottes mit den Juden und nannte den Holocaust als mahnende Erinnerung an die Notwendigkeit gegen Gewalt vorzugehen. Gewalt von Menschen gegen Menschen sei ein Widerspruch in jeder Religion, die diese Bezeichnung verdiene.
  • Am 14. Januar hat der Islamische Staat (IS) erstmals einen Anschlag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta verübt. Nach aktuellem Kenntnisstand gab es mindestens sechs Explosionen und eine Schießerei mit der Polizei in einem Kino. Von den sieben Angreifern konnten zwei festgenommen werden, die anderen starben durch die Explosionen oder wurden von Kugeln getroffen. Ein Polizist und ein kanadischer Zivilist wurden getötet, 17 Menschen wurden verletzt. Nach Polizeiangaben führte der IS den Anschlag aus, die indonesische militante Gruppierung Bahrun Naim sei jedoch für die Planung des Angriffs verantwortlich.
  • Nachdem am 11. Januar ein Kippa tragender Lehrer im französischen Marseille von einem kurdischen Teenager, der behauptet zum IS zu gehören, angegriffen wurde, diskutiert die jüdische Gemeinschaft in Frankreich über die Gefahr ihr Jüdischsein öffentlich zu zeigen. Bereits vorher hatte es skeptische Stimmen gegen, da während des Anschlages auf die Redaktion von Charlie Hebdo auch ein jüdischer Supermarkt angegriffen worden war. Vier Juden starben an jenem Tag. Nun geht die Angst um, sich mit dem Tragen einer Kippa Belästigungen und Übergriffen auszusetzen.
  • Aufgrund der hohen Anzahl getöteter Palästinenser seit Oktober 2015, hat Schwedens Außenministerin Margot Wallström angeregt, Anschuldigungen, dass es sich um außergerichtliche Tötungen handele, zu untersuchen. Israel reagierte darauf mit der Äußerung, die Ministerin habe einen verdrehten  Blick auf die Realität. Seit dem 1. Oktober wurden mindestens 150 Palästinenser getötet, unter ihnen sowohl angebliche Angreifer als auch Demonstranten. Dem stehen 23 getötete Israelis gegenüber, sowohl Soldaten als auch Zivilisten.

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