Wochenrückblick 04:2016

Twittermeldung über die Diskriminierung von Flüchtlingen in Möldling. (Quelle: Emran Feroz via Twitter)

Twittermeldung über die Diskriminierung von Flüchtlingen in Möldling.

Papst Franziskus erlaubt das Waschen von Frauenfüßen * Vandalismus an Jerusalemer Kirche aufgeklärt * Datenbank über lebende Buddha von chinesischer Regierung veröffentlicht * Indische Frauen protestieren gegen Tempel- und Moscheeverbot * Wilders bezeichnet männliche Migranten als “Islamische Testosteronbomben” * Schweinefleisch wird fester Bestandteil öffentlicher Kantinen im dänischen Randers * Verbote für Flüchtlinge in Discotheken und Schwimmbädern * Patrouillierende “Soldaten von Odin” von Clowns umringt

  • Nachdem Papst Franziskus bereits 2013 die Füße einer jungen Frau gewaschen hatte, wurde diese Geste am 21. Januar als offizielle Reform eingeführt. Damit können katholische Priester an Gründonnerstag die Rituale nachvollziehen, bei denen Jesus während des Letzten Abendmahles die Füße seiner 12 Schüler wusch.
  • Die chinesische Regierung hat auf den Internetseiten der staatlichen Behörde für religiöse Angelegenheiten eine Liste aller bekannten “authentischen lebenden Buddhas” veröffentlicht. Sie enthält die Namen, Fotos und Aufenthaltsorte von 870 Personen, die nach Überzeugung von Anhängern des Vajrayana-Buddhismus, buddhistische ‘Meister’ sind, die von ihren Vorgängern als ihre Reinkarnationen erkannt wurden. Nach chinesischen Angaben soll die Liste dazu dienen, Hochstapler daran zu hindern sich als falsche Buddhas auszugeben. Aus buddhistischer Sicht, insbesondere in Tibet, wird die Liste als weiterer Versuch empfunden die religiösen Autoritäten des Buddhismus zu kontrollieren und Einfluss auf die Nachfolge zu nehmen.
  • Zahlreiche muslimische und hinduistische Frauen in Indien haben dagegen protestiert, dass sie während ihrer Menstruation die religiösen Gebäude ihrer Religion nicht betreten dürfen. Nachdem der Vorsitzende des Sabarimala Tempels im Osten Indiens, Prayar Gopalakrishnan, sich dafür aussprach, Frauen zwischen 10 und 50 Jahren davon abzuhalten den Tempel zu betreten bis eine Maschine erfunden wäre, die feststellen kann, ob eine Frau ihre Periode hat. Besonders in den sozialen Medien hatten sich Frauen über die Äußerung empört. Unter dem Hashtag #HappyToBleed fordern sie, dass Frauen auch während ihrer Menstruation die religiösen Gebäude  ihres Glaubens betreten dürfen.
  • Der rechtsgerichtete Politiker Geert Wilders hat bei einer Werbeaktion im niederländischen Spijkenisse Abwehrsprays an die anwesenden Frauen verteilt, damit diese sich gegen muslimische Männer, die Wilders als “islamische Testosteronbomben” bezeichnete, zur Wehr setzen könnten. Wilders bezog sich damit auf die sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln, deren Täter die deutsche Polizei bisher nicht ergreifen konnte. Die Sprays enthielten rote Farbe, seien also eine legale Variante zu Pfeffersprays, die für mehrere Tage auf dem Angreifer verbleibt.
  • In der dänischen Stadt Randers hat der Stadtrat beschlossen, dass in städtischen Kantinen (auch in Schulen und Kindertagesstätten) Schweinefleisch Bestandteil der angebotenen Menüs sein muss. Vegetarische oder halale Alternativen seien zwar weiterhin möglich, versicherten die Befürworter. Vertreter des Rates gaben an, dass es sich dabei nicht um einen gegen Muslime oder Juden gerichteten Beschluss handele, sondern dass eine dänische Essenstradition erhalten werden soll. Schweinefleisch sei ein kulturelles Gut Dänemarks, jedoch verboten für Muslime und Juden. Es hatte bereits Beschwerden an die Stadt gegeben, dass Muslimen zu viele Zugeständnisse gemacht werden. Ein Großteil der von Dänemark im letzten Jahr aufgenommenen Flüchtlinge sind Muslime.
  • Die Diskriminierung gegenüber Flüchtlingen nimmt im deutsch sprachigen Raum deutlich zu. In Freiburg haben mehrere Clubbetreiber Flüchtlingen den Zutritt zu ihren Clubs verweigert, mit dem Verweis auf zunehmende Taschendiebstähle und sexuelle Belästigungen. Allerdings hatte die Polizei keine Zunahme der genannten Straftaten verzeichnet. Der Oberbürgermeister Dieter Salomon empfahl den Clubbetreibern, Verhaltensregeln auf Flyer und T-Shirts zu drucken und in mehreren Sprachen abzufassen. Im österreichischen Möldling hat das ansässige Stadtbad den Zutritt für “Menschen mit Migrationshintergründen” untersagt, wenn kein entsprechendes Begleitpersonal vorhanden ist.

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