„Muslime in Sachsen“ und die deutsche Diskussionkultur

Die ersten Exemplare von "Muslime in Sachsen"
Die ersten Exemplare von „Muslime in Sachsen“

Das Buch „Muslime in Sachsen“ trifft bereits auf ein breites mediales Interesse. Bei der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung als auch bei den beiden Herausgeberinnen, Marie Hakenberg und Prof. Dr. Verena Klemm, sind bereits zahlreiche Anfragen eingegangen. Inzwischen haben beide Islamwissenschaftlerinnen mehrere Interviews gegeben, zum Teil direkt zum Buch, zum Teil zu verwandten Themen wie dem geplanten Moscheebau der Ahmadiya in Leipzig und den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln.

Hier eine Auswahl:

Mitteldeutscher Rundfunk (mdr): „Es gibt Muslime, die man zu Recht hier nicht haben will.“

Leipziger Volkszeitung (LVZ): „Fakten statt Ängste: ‚Es müssen viel mehr Moscheen sichtbar und gebaut werden'“

Leipziger Internetzeitung: „Wie Sachsen tatsächlich mit Muslimen und Asylsuchenden umgeht“

Dass es beim Thema Islam nicht nur positive sondern auch sehr kritische Rückmeldungen gibt, ist verständlich und für eine offene Diskussion sogar notwendig. Doch leider gibt es genug Menschen, die gar kein Interesse an einer sachlichen Diskussion haben. Folgende Beispiele sind aus dem Kommentarbereich zum mdr-Beitrag entnommen:

„Da hat mal wieder eine Islamwissenschaftlerin ihre Ansichten in ein Buch gepackt, um dem Mainstream einen Dienst zu erweisen.“ Es müssten auch deutlich mehr als vier Millionen Muslime sein, „denn die haben doch alle Familiennachzug oder -zuwachs gehabt“. (Kommentar Nr. 9)

Mit persönlichen Angriffen ist obiger Kommentator nicht allein: „Rat an Frau Klemm – kein gutbezahltes Buch schreiben sondern mal nachdenken. Auf Anfrage der AfD an den Sächsischen Landtag wissen die Sachsen das 10% der Neubürger, meist  Muslime, schon nach wenigen Tagen in Deutschland straffällig geworden sind. Wie viele es nach Jahren sind, kann sich vielleicht auch eine Merkel getreue Professorin ausmahlen. Vielleicht wollen die Sachsen auch weiterhin nachts vor die Haustür, Baden, auf Bahnhöfen, zu Konzerten u.s.w.“ (Fehler im Original, Kommentar Nr. 26)

„Würden die Flüchtlinge zu ihresgleichen im reichen Orient flüchten, dann hätten sie und wir nicht diese Probleme.“ (Kommentar Nr. 33)

„Mögen Sie den Islam in den Herkunftsländern leben wie sie das für richtig halten, für mich gehört der Islam jedoch nicht zu Deutschland.“ (Kommentar Nr. 23)

„Und dann gibt es hier Einheimische, die einfach überhaupt keine Muslime hier haben wollen. Und das ist deren gutes Recht, denn: Es ist unser Land.“ (Kommentar Nr. 47)

Worauf ein sächsischer Muslim reagiert: „Ich bin Muslim, einheimischer Sachse mit deutschen Wurzeln. Wie kannst du nur so naiv sein und die Religionszugehörigkeit vom Land abhängig machen. Es gibt in Deutschland Muslime mit deutschen Wurzeln und mit ausländischen Wurzeln. Und keiner nimmt dir etwas von deinem Besitz weg.“ (Kommentar Nr. 72)

 Wer also offen für eine sachliche und mit Respekt vor der Meinung des Anderen geführte Diskussion ist, der sei noch einmal herzlich zur Buchpräsentation mit Podiumsdiskussion am 10.02.16 um 19.00 Uhr im Grassi Museum eingeladen.

Update: Erfreulicherweise gab es insbesondere nach der Buchpräsentation noch einige Beiträge in denen „Muslime in Sachsen“ sehr positiv erwähnt wird. Für eine Ausgewogenheit des Themas hier noch zwei Hinweise:

Mephisto 97.6: „Sachlich bleiben, bitte!“

Artour Ausgabe vom 11.02.16: „Muslime in Sachsen“

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