Wochenrückblick 15:2016

Der Puttingal Devi Tempel in Kerala ist auch für seine Feuerwerke berühmt. (Quelle: Arunvrparavur via Wikimedia Commons unter CC-BY-SA 3.0 Lizenz)
Der Puttingal Devi Tempel in Kerala ist auch für seine Feuerwerke berühmt. In diesem Jahr endete es tragisch.

Zoroastrischer Tempel öffnet in New York * Bangladesch: Mordserie an Bloggern hält an * Brand in hinduistischem Tempel tötet 100 Menschen * Kenia verbündet sich mit traditionellen Heilern gegen psychische Krankheiten * Flüchtling gesteht Brand in Bingener Unterkunft

  • Zum persischen Neujahr Nawruz hatten die Zoroastrier und Parsen des US-Bundesstaates New York einen weiteren Grund zum Feiern: der neue zoroastrische Tempel wurde offiziell eröffnet. Die Zoroastrier sind eine der ältesten monotheistischen Religionen der Welt, die heute noch praktiziert wird. Da sie jedoch seit Jahren kleiner wird und derzeit weltweit noch etwa 1.000 Anhänger hat, ist der Tempel auch ein Zeichen der Hoffnung. Der Tempel wird sowohl von den iranischen Zoroastriern als auch von den indischen Parsen genutzt. Als Parsen bezeichnet man jene Zoroastrier, die während der muslimischen Eroberung des Iran ins heutige Indien und Pakistan geflohen waren.
  • Wieder ist in Bangladesch ein Blogger mit einer Machete ermordet worden. Der Jura-Student wurde auf offener Straße mit einer Machete angegriffen und getötet. Es ist bereits der siebte Vorfall dieser Art. Zu einigen der Morder hat sich die islamistische Bewegung Ansarullah Bangla Team (ABT) bekannt. Bei den Opfern handelt es sich um liberale und kritische Stimmen aus der Bloggerszene und dem Verlagswesen. Viele von ihnen vertraten säkulare Ansichten oder äußerten sich islamkritisch. Der Mord des Jura-Studenten hat in Bangladesch zu Protesten geführt, da man der Meinung ist, dieser Mord hätte verhindert werden können, wenn die Polizei die vorhergehenden Taten mit mehr Einsatz verfolgt hätte.
  • Im indischen Bundesstaat Kerala begann das hinduistische Neujahr mit einer Tragödie. In Paravur kamen bei den Feierlichkeiten, zu denen traditionell auch ein Feuerwerk gehört, im Puttingal Devi Tempel 100 Menschen ums Leben. Grund war ein Feuer, das ausbrach, nachdem ein gezündeter Feuerwerkskörper auf der Hütte landete, in welcher weitere Raketen aufbewahrt werden. 200 weitere Menschen wurden verletzt.
  • In Kenya führt der erste Weg bei jeder Krankheit zum traditionellen Heiler. Besonders bei psychischen Erkrankungen gelten Dämonen als Ursache, die nur ein Heiler wieder vertreiben kann. Gelingt dies nicht, gelten die Betroffenen oft als nicht heilbar. Erstmals wurde jetzt eine Kooperation ins Leben gerufen, die mit traditionellen Heilern zusammenarbeitet. Die Africa Mental Health Foundation, gemeinsam mit den USA und Kanada, will mit Hilfe der traditionellen Heiler psychisch Erkrankte erreichen und ihnen notwendige Behandlungen zukommen lassen.
  • In der vergangenen Woche wurde in einer Unterkunft in Bingen, in der neben Flüchtlingen auch Saisonarbeiter und Deutsche wohnten, ein Brand gelegt, bei dem sechs Menschen leichte Rauchgasverletzungen erlitten. Wie die Polizei herausfand, handelte es sich bei dem Täter, der den Brand im Keller der Unterkunft legte und Wände mit Hakenkreuzen beschmierte, um einen der im Haus lebenden Flüchtlinge. Der 26-Jährige sagte aus, dass er mit der Tat auf die beengten Wohnverhältnisse und die fehlenden Zukunftsaussichten aufmerksam machen wollte. Er habe jedoch das Feuer unterschätzt. Er wurde wegen schwerer Brandstiftung festgenommen.

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