Wochenrückblick 17/18:2016

Deutscher Verfassungsschutz lässt 90 Moscheen überwachen * Unionsfraktionschef Kauder: Staatliche Kontrolle von Moscheen in Deutschland * Bereits 368 Angriffe auf Flüchtlingsheime bis April 2016 * Mord an zwei Aktivisten und einem Professor in Bangladesch * Weitere Festnahme nach Anschlag auf Sikh-Tempel * Roboter-Mönch beantwortet religiöse Fragen * AfD fordert konfessionell unabhängigen Religionsunterricht an Schulen

  • Währenddessen fordert Unionsfraktionschef Volker Kauder, dass Moscheen in Deutschland unter staatliche Aufsicht gestellt werden. Es müsse kontrolliert werden, dass die dort gehaltenen Predigten mit dem deutschen Staatsverständnis in Einklang stünden. Zudem forderte er Muslime auf, sich deutlicher gegen Radikalisierung und Terrorismus zu stellen. Unterstützung erhielt Kauders Vorschlag bereits von Seiten der CSU. Deren Vorsitzende Horst Seehofer befürwortet die Überwachung und kündigte an, dass die Staatsregierung sich intensiv mit dem politischen Islam auseinandersetzen werde.
  • Wieder wurden in Bangladesch zwei Aktivisten ermordet. Bekannt hatte sich zu der Tat der bangladeschische Ableger al-Quaidas, Ansar al-Islam. Insgesamt sechs Angreifer seien in das Wohngebäude eingedrungen und hatten Julhas Mannan und Tanay Mojumdar, beides Aktivisten für die Rechte von Homosexuellen, brutal getötet. Mannan war der Herausgeber des einzigen LGBT-Magazins in Bangladesch. Zudem wurde der Universitätsprofessor Rezaul Karim Siddiquee von zwei Motorradfahrern angegriffen, die ihm auf offener Straße die Kehle durchschnitten. Diesen Mord nimmt der IS für sich in Anspruch, weil der Professer der Rajshahi Universität zum Atheisums aufgefordert habe. Doch auch wenn er auf ähnliche Weise getötet wurde wie in den vergangenen Monaten viele Blogger, gaben seine Kollegen an, dass sich Siddiquee nie über Religion oder Islam geäußert habe. Die Nachricht über den Mord des Professors initiierte einen spontanen Protest von Angestellten der Rajshahi Universität und Studenten, welche die Verhaftung der Schuldigen forderten. Die bangladeschische Regierung bestreitet, dass islamistische Gruppierungen im Land präsent seien. Sie beschuldigt vielmehr die Opposition in die Morde verwickelt zu sein.
  • Nach dem Anschlag auf einen Sikh-Tempel in Essen ist ein weiterer mutmaßlicher Täter festgenommen worden. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden 16-Jährigen, die bereits in Gewahrsam sind, die Tat nicht allein geplant und durchgeführt haben. Die Verdächtigen hatten im April im Gebetshaus der Sikh eine Bombe gezündet und hatten drei Menschen verletzt, einen davon schwer.
  • Die Bundesvorsitzende der AfD, Frauke Petry, hat sich gegen islamischen Religionsunterricht an Schulen ausgesprochen. Vielmehr sollte es einen religionswissenschaftlich ausgerichteten Unterricht geben, der Schüler über die Inhalte von Religionen informiert, unabhängig von Bekenntnissen. Petry unterstützt desweiteren die Forderung von Kauder nach einer Überwachung von Moscheen und will eine Diskussion darüber, welche islamische Symbolik in Deutschland erlaubt sein sollte.

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