Wochenrückblick 19/20:2016

Unfreiwilliger Kunstraum: St. Johann Basilika in Saarbrücken. (Quelle: Lokilech via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Unfreiwilliger Kunstraum: St. Johann Basilika in Saarbrücken.

Israels Zweiklassensystem soll gesetzlich untermauert werden * Londons erster muslimischer Bürgermeister * Ku-Klux-Klan am Flüchtlingsheim Rothenklempenow * Erster Sonderbeauftragter für Religions- und Weltanschauungsfragen außerhalb der EU ernannt * Kunst? Liegestützen auf Altar einer Saarbrücker Kirche * Aufblasbares Sexspielzeug für Engel gehalten * Moscheeneubau in Erfurt? Keine neue Moschee in Chemnitz * Pagoden bauender Mönch in Myanmar *

  • Für die jüdischen Siedler in den besetzten Gebieten der West Bank gelten bereits Sonderregelungen, die palästinensische Bewohner ausschließt. Die israelische Justizministerin, Ayelet Shaked, hat der Knesset einen Vorschlag vorgelegt, der zur Folge hätte, dass israelische Gesetze automatisch auch für israelische Siedler gelten, aber nicht für ihre palästinensischen Nachbarn. Shakeds Ziel ist es, die Bedingungen für Israelis auf israelischem Boden und in den Siedlungen auf den besetzten Gebieten innerhalb eines Jahres einander anzugleichen. Ein solcher Beschluss würde die Situation der Palästinenser weiter verschlechtern und eine Zwei-Staaten-Lösung noch unwahrscheinlicher machen.
  • Die Bürgermeisterwahlen in London hat erstmals ein Muslim gewonnen. Sadiq Khan gehört der Labour-Partei an und setze sich gegen seinen konservativen Konkurrenten Zac Goldsmith durch. Die Wahl hat enorme mediale Aufmerksamkeit erfahren und dient als Positivbeispiel für integrierte Muslime. Khan ist der Sohn pakistanischer Eltern.
  • Im Flüchtlingsheim in der Nähe von Rothenklempenow spielte sich in der Nacht von Christi Himmelfahrt gespenstisches ab. Mehrere Männer in weißen Umhängen mit weißen Kapuzen, die wie Gewänder des Ku-Klux-Klans aussahen, gingen im Garten der Unterbringung auf und ab. Es soll sich um acht Männer gehandelt haben, die das Gelände nach ca. zehn Minuten wieder verließen als die Untergebrachten begannen das Gebäude zu verlassen.
  • Erstmals in der europäischen Geschichte wurde ein Sonderbeauftragter für Religions- und Weltanschauungsfragen außerhalb der EU ernannt. Das verkündete der Eu-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei einer Rede im Vatikan anlässlich des Karlspreises, der in diesem Jahr Papst Franziskus verliehen wurde. Auf den Posten des Sonderbeauftragten wurde der slowakische Politiker Jan Figel berufen.
  • Gegen einen 38-jährigen Künstler hat die Polizei Ermittlungen wegen Störung der Religionsausübung und Hausfriedensburch eingeleitet. Der Beschuldigte hatte sich Zugang zur verschlossenen Basilika St. Johann in Saarbrücken verschafft und dort auf dem Altar Liegestütze gemacht. Das dabei entstandene Video hatte er während einer Kunstaktion in Schaufenstern Saarbrückens gezeigt. Vor Gericht bleibt zu entscheiden, ob das Handeln des 38-Jährigen von der Kunst- und Meinungsfreiheit abgedeckt wird oder nicht.
  • In Myanmar werden durch den buddhistischen Mönch U Thuzana Pagoden gebaut. Mit Unterstützung bewaffneter Kräfte baut er ehemals zerstörte Pagoden wieder auf oder von Grund auf neu. Drei hat er bisher vollendet und jede steht in der Nähe christlicher oder muslimischer Gebetsräume, in einem Fall auf christlich beanspruchtem Gebiet. Die Regierung warnt zwar vor den Folgen für die angespannten religiösen Beziehung, greift jedoch nicht ein.

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