Buddhistische Mumien – Die Mumie in der Statue (Teil 2)

Drents Museum in den Niederlanden. (Quelle: Ziko via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 3.0)

Drents Museum in den Niederlanden. Hier wurde auch die Buddhastatue ausgestellt.

Auf den ersten Blick ist es eine gewöhnliche Buddhastatue, Sie ist zwar vergoldet und wunderschön, doch es gibt Tausende wie sie. Wäre da nicht die Mumie eines buddhistischen Mönchs, die sich im Inneren der Statue verbirgt und sie zu einem einzigartigen Fundstück macht. Bis heute hat die Buddhastatue aber noch nicht all ihre Geheimnisse offenbart.

Ein privater Sammler hatte die Buddhastatue 1996 in den Niederlanden erstanden. Man weiß, dass sie aus China stammt, doch wie sie nach Europa kam, ist unbekannt. Auch wo und unter welchen Umständen sie entdeckt wurde, lässt sich nicht zurückverfolgen. Klar ist, dass bis zum Zeitpunkt des Kaufs niemand etwas vom kostbaren Inhalt der Statue ahnte. Erst im darauffolgenden Jahr stößt man bei Restaurationsarbeiten darauf, dass sich etwas im Inneren des Buddhas befindet. Röntgenaufnahmen zeigen das Skelett eines Mannes, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um einen buddhistischen Mönch handelt.

Seit dieser Entdeckung wurde die Statue immer wieder unter die Lupe genommen, um auch ihre letzten Geheimnisse zu enthüllen. 2013 wurde am Universitätskrankenhaus Mannheim ein CT Scan durchgeführt. Mithilfe der Computertomographie lässt sich der Körper erstmals in seiner Ganzheit und von allen Seiten erfassen ohne die Statue zu beschädigen. Im vergangenen Jahr 2015 wurde die Buddhastatue nach einer Ausstellung im Drent Museum im niederländischen Assen, die Mumien aus aller Welt zeigte, eingehender untersucht. Dies beinhaltete CT Scans für 3D-Aufnahmen und eine Endoskopie, um die Mumie im Inneren analysieren zu können.

Nach neuesten Erkenntnissen ist die Mumie 200 Jahre älter als die Statue. Vermutlich war die Mumie an sich Gegenstand der Verehrung und später wurde dann die Statue darum geformt. Die Forscher gehen davon aus, dass es sich bei dem Toten um einen buddhistischen Mönch handelt. Ob es Liuquan sein kann, ein buddhistischer Meister im China des 12. Jahrhunderts, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen.

Die Untersuchungen ergaben, dass der Tote auf Stoff sitzt, welches mit chinesischen Schriftzeichen bedeckt ist. Des Weiteren fand man beschriebenes Papier – dort, wo die Forscher das Lungengewebe vermuteten. Es ist derzeit noch völlig unklar, wann die inneren Organe entfernt wurden (ob kurz nach dem Tod oder erst bevor die Statue vollendet wurde) und vor allem, warum. Bei buddhistischen Mumien ist es äußerst ungewöhnlich, die Organe zu entfernen. Vielmehr durchlief der Mönch noch zu Lebzeiten eine entbehrungsreiche Diät, um den Verwesungsprozess zu unterbinden. Diese Form der „Selbstmumifizierung” hat sich zwischen dem 11. und 19. Jahrhundert in Japan derart weit verbreitet, dass sie von der Regierung unterbunden werden musste.

Doch dazu im nächsten Teil mehr, wenn es um die japanischen „sokushinbutsu” geht. Ihr dürft gespannt sein!

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