Wochenrückblick 23:2016

Noch die größte Statue in Brasilien: Cristo Redentor in Rio de Janeiro. (Quelle: Nico Kaiser via Wikimedia Commons unter Lizenz CC-BY-SA 2.0)

Noch die größte Statue in Brasilien: Cristo Redentor in Rio de Janeiro.

Haftstrafen für Brandstifter in Crimmitschau * Armenien-Resolution im Bundestag angenommen * Tigerjunge in Gefriertruhe von buddhistischem Tempel * Riesenstatue für heilige Paulina in Brasilien * Jesuskind-Anhänger von Vatikan exkommuniziert * 100 Euro Bußgeld für „Das Leben des Brian“ * Asylbewerber geschlagen und an Baum gefesselt

 

  • Im November 2015 haben drei Täter Molotow-Cocktails auf die Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Crimmitschau geworfen. Die Männer zwischen 32 und 36 wurden gefasst und standen wegen versuchtem Mord und Brandstiftung vor dem Landgericht Zwickau. Das Gericht veruteilte die Täter zu Strafen zwischen knapp vier und fünf Jahren. Als Motivation für die Tat sieht das Gericht eine ausländerfeindliche Gesinnung.

 

  • Die Armenien-Resolution wurde im deutschen Bundestag mit nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung angenommen. Die Resolution bezeichnet die Verbrechen des Osmanischen Reiches an den Armeniern ausdrücklich als Völkermord und erkennt auch die deutsche Mitverantwortung. Das Deutsche Reich sei Verbündeter des Osmanischen Reiches gewesen und habe trotzdem nicht versucht, die Verbrechen an den Armeniern zu stoppen. Das Vorgehen der jungtürkischen Regierung gegen die Armenier und andere christliche Minderheiten hat bis zu 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet.

 

  • Schon länger stand der „Tiger Tempel“, Wat Pha Luang Ta Bua Yanasampanno, im Verdacht an Wildtierhandel und Tierquälerei beteiligt zu sein. Bei einer Untersuchung wurden in einer Gefriertruhe auf dem Tempelgelände 40 Tigerjunge entdeckt, deren Leichen bereits mehrere Jahre dort gelagert worden waren. Auch die Tiger, die in einem Bereich des Geländes frei laufen können und zur Touristenattraktion des Tempels gehörten, wurden betäubt und abtransportiert.

 

  • Die Christus-Statue mit ihren 38 Metern soll sie in den Schatten stellen: Die heilige Paulina vom Herzen Jesu im Todeskampf soll 8,5 Meter höher werden und wird derzeit in der brasilianischen Kleinstadt Imbituba gebaut. Ebenfalls im Bau befindet sich ein religiöser Themenpark mit 17.000 qm Fläche, in dem Besucher u. a. den Kreuzwegs Jesu nachvollziehen können. Der Park soll 2018 eröffnet werden, die Statue werde vermutlich früher fertig, ein Datum für die Einweihung gebe es aber noch nicht. Imbituba erhofft sich damit einen Anteil am Markt für Pilgertourismus, der Brasilien järlich ca. 4 Milliarden Euro einbringt.

 

  • Die römische Glaubenskongregation hat in der vergangenen Woche ein Dekret erlassen wonach die Gemeinschaft „Bambinello von Gallinaro“, die sich 2015 zur „Christlichen Universalkirche vom Neuen Jerusalem“ ausrief, eine „pseudoreligiöse Organisation“ sei und die Anhänger exkommuniziert seien. Das Zentrum der Gemeinschaft liegt im italienischen Gallinaro, wo die Wallfahrtskirche jährlich Tausende Pilger anzieht. Grund dafür sind die Visionen Guiseppina Norcias, der das Jesuskind schlafend auf einer Wolke erschien. Sie sei zudem von der Jungfrau Maria und dem Erzengel Michael aufgefordert worden, eine Wiege für das Jesuskind zu bauen. Da die Gemeinschaft den Kontakt zu Vertretern der katholischen Kirche unterbinde und zur Missachtung der Päpste aufrufe, stehe sie in Widerspruch zur katholischen Kirche und wurde aus ihr ausgeschlossen.

 

  • Ein Pensionär aus Bochum musste ein Bußgeld von 100 Euro zahlen, weil er „Das Leben des Brian“ am Karfreitag öffentlich gezeigt hatte. Die Religionssatire von Monty Python stehe nicht auf der Liste der Filme des Kultusministeriums, die zur Aufführung am Karfreitag geeignet seien. Somit handele es sich bei dem öffentlichen Spielen um einen Verstoß gegen das nordrhein-westfälische Feirtagsgesetz, welches mit dem Bußgeld geahndet werde.

 

  • Ein irakischer Asylsuchender wurde im sächsischen Arnsdorf von mehreren Männern angegriffen. Die Männer zerrten den 21-Jährigen aus einem Supermarkt, schlugen ihn und fesselten ihn an einen Baum. Im Supermarkt hatte der Iraker einen Auseinandersetzung mit der Kassenkraft über Flaschen und Telefonkarten gehabt. Auf einem Video, das zunächst im rechtsextremen Milieu Verbreitung fand, ist zu sehen, wie dann vier Männer den Markt betreten und zielgerichtet den jungen Mann nach draußen zerren und ihn bereits im Markt schlagen. Einer der Beteiligten ist der CDU-Politiker Detlef Oelsner. Er bestreitet, dass der Asylsuchende geschlagen worden sei und an den Baum habe man ihn nur gefesselt, weil er sich so heftig gewehrt habe.

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